Lange übersehen: Die Wasserstoffwolke Gum 41

20. April 2014, 17:58
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Auf einer neuen Aufnahme wurde das in Wirklichkeit schlecht sichtbare Objekt in 7.300 Lichtjahren Entfernung zum Leuchten gebracht

Garching - Ein prächtiges Panoramabild schickte die Europäische Südsternwarte (ESO) diese Woche aus. Und wies zugleich darauf hin, dass dieses Panorama einem hypothetischen Raumfahrer, der sich mitten durch die dargestellte Region bewegen würde, vermutlich komplett entgehen würde.

Zu sehen ist die etwa 7.300 Lichtjahre entfernt im Sternbild Zentaur gelegene Wasserstoffwolke Gum 41, benannt nach dem australischen Astronomen Colin Gum, der das Objekt 1955 entdeckte. Dass dies nicht schon früher geschah, liegt daran, dass Gum 41 sehr lichtschwach ist - selbst aus unmittelbarer Nähe wäre die Wolke mit einem menschlichen Auge nicht auszumachen.

Rotes Signal für Sterngeburten

Das in Wirklichkeit schlecht sichtbare rote Leuchten musste auf dieser Ausnahme künstlich herausgearbeitet werden. Die Originaldaten stammen vom Wide Field Imager (WFI) am MPG/ESO-2,2-Meter-Teleskop am chilenischen La-Silla-Observatorium. Das optische Endergebnis entstand durch eine Kombination von Bildern, die durch einen Blau-, Rot- und Grünfilter aufgenommen wurden, und den Einsatz eines speziellen Filters, der dafür entwickelt wurde, das rote Leuchten von Wasserstoff herauszufiltern.

Heiße junge Sterne sind es, die mit ihrer energiereichen Strahlung den Wasserstoff in ihrer Umgebung zum Leuchten bringen: Dieser scharlachrote Farbton ist daher typisch für Sternentstehungsregionen. (red, derStandard.at, 20. 4. 2014)

 


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ESO

  • Panoramablick auf die Wasserstoffwolke Gum 41.
    foto: eso

    Panoramablick auf die Wasserstoffwolke Gum 41.

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