Europaparlament will Ausbreitung von Bio-Invasoren stoppen

16. April 2014, 17:25
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Eingeschleppte Arten richten im EU-Raum einen Schaden von mindestens zwölf Milliarden Euro pro Jahr an

Straßburg - Zieht man Länder wie Australien, Neuseeland oder auch die USA als Vergleich heran, dann herrschte in der EU lange Zeit bemerkenswerte Gleichgültigkeit gegenüber dem Thema Bio-Invasoren. Und das, obwohl auch Europa schon vor langer Zeit einschneidende negative Erfahrungen mit aus anderen Weltregionen eingeschleppten Arten gemacht hat - wie etwa dem Kartoffelkäfer oder der Reblaus.

Künftig soll die Abwehr von Neozoen und Neophyten besser organisiert sein: Das Europaparlament beschloss am Mittwoch in Straßburg, die Ausbreitung schädlicher Tiere und Pflanzen einzudämmen. Solche invasiven Arten verursachen nach Schätzungen der EU-Kommission jährlich einen Schaden von mindestens zwölf Milliarden Euro in der EU.

Maßnahmenpaket

Sie können heimische Arten verdrängen und teils auch Gesundheitsprobleme auslösen. Besonders gefährliche Arten sollen künftig aufgelistet werden. Die EU-Kommission soll hierzu nach Angaben eines EU-Diplomaten Vorschläge machen. Die Tiere oder Pflanzen auf der Liste dürfen nicht in die EU eingeführt und hier verkauft, gehalten oder freigelassen werden. Hier sollen auch gezielte Kontrollen an den europäischen Außengrenzen helfen. Bei fremden Arten, die bereits nach Europa gelangt sind, sollen die Staaten herausfinden, wie sich die unerwünschten Tiere und Pflanzen verbreitet haben.

Die EU-Länder müssen der Regelung noch formal zustimmen. Eine informelle Einigung mit dem Parlament gibt es aber bereits. (APA/red, derStandard.at, 16. 4. 2014)

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