Project Tango: Googles futuristisches Kinect-Smartphone zerlegt

17. April 2014, 18:29
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Modularer Aufbau sorgt für gute Reparierbarkeit - Vergleich mit Consumer-Produkten aber nicht möglich

Ende Februar stellte Google mit "Project Tango" eines seiner zahlreichen Hardware-Experimente vor. Dabei handelt es sich um ein Android-Smartphone, das seine Umgebung mit zahlreichen Sensoren erfasst und nach Kinect-Prinzip 3D-Aufnahmen erzeugen kann. Nun ist das Gerät bei iFixit gelandet, wo man prompt einen Teardown durchgeführt hat.

Flotte Hardware

Bei der Zerlegung des Gerätes konnten die Tüftler auch die Hardware und Sensoren identifizieren. Als grundlegende Plattform werkt ein Snapdragon 800-Chip von Qualcomm unter dem Fünf-Zoll-Display, der maximale Takt der Quadcore-CPU liegt bei 2,3 GHz. Ihr stehen zwei GB Arbeitsspeicher zur Seite. Der interne Speicher beträgt 64 GB und kann per microSD aufgestockt werden.

Für präzise Lageerkennung sorgt ein neunachsiger Beschleunigungssensor nebst Gyroskop und Kompass. Zur Erkennung des Raumes kommt ein Infrarot-Projektor in Kombination mit einer Vier-Megapixel-Kamera zum Einsatz, die mit diesem Lichtspektrum umgehen kann.

Unterstützt wird sie von einem weiteren Kameramodul, das über eine Fisheye-Linse ein Sichtfeld von 180 Grad mitbringt. Die Daten werden von zweieigenen Coprozessoren verarbeitet, die auf Computerwahrnehmung spezialisiert sind. Das Gerät verfügt sowohl über einen microUSB als auch einen miniUSB-Anschluss, jeweils nach USB 3.0-Standard.

Modularer Aufbau

Die Rückseite lässt sich ohne Werkzeug öffnen und beherbergt den Akku, der üppige 3.000 mAh liefert. Dieser lässt sich einfach entnehmen und gibt daraufhin die Einschübe für microSD- und SIM-Karte frei. Die Platinen und Komponenten darunter sind im Wesentlichen zusammengesteckt, fallweise sind einzelne Komponenten zusätzlich mit einem leichten Adhäsiv angeklebt.

Dementsprechend positiv fällt das Fazit von iFixit aus. Lediglich einige wenige Bestandteile sind an ihrer jeweiligen Platine angelötet – etwa der Vibrationsmotor und die USB-Anschlüsse. Die meisten Bestandteile sind aber ohne großem Aufwand austauschbar, was Tango eine hohe Punktezahl von neun aus zehn beschert.

Hinweis

Natürlich lässt sich das experimentelle Gerät nicht mit Consumer-Smartphones vergleichen, wird es doch in dieser Form nie auf den Markt kommen. Bei Tango handelt es sich im Grunde um ein Gerät, mit dem das Potenzial heutiger Sensortechnologie veranschaulicht und erprobt werden soll.

Folglich musste bei der Konzeption weder auf Design, noch auf Gewicht oder Handlichkeit Rücksicht genommen werden. Dementsprechend ist Tango nicht gerade ein Wunderwerk der Ästhetik, nichtsdestotrotz aber ein erstaunliches Technikpaket in kompakter Form. (red, derStandard.at, 16.04.2014)

  • Googles sensorenreicher "Tango"-Prototyp lässt sich leicht reparieren, befindet iFixit.
    foto: ifixit

    Googles sensorenreicher "Tango"-Prototyp lässt sich leicht reparieren, befindet iFixit.

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