Pereira wehrt sich gegen Kritik: "Win-win-Situation"

16. April 2014, 15:29
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Intendant der Salzburger Festspiele weist Verdacht des Interessenkonflikts zurück

Rom/Salzburg - Der Intendant der Salzburger Festspiele und künftige Scala-Chef Alexander Pereira weist den Verdacht eines Interessenkonflikts beim Verkauf von Salzburger Opern nach Mailand zurück. Es handle sich um eine Win-win-Situation. "Salzburg hat schöne Produktionen, die nicht mehr inszeniert werden. Die Scala kauft sie zu einem Spottpreis. Wo ist der Skandal?", sagte Pereira der Tageszeitung "La Stampa".

Es sei auch nicht skandalös, dass er sich schon um die Planung der nächsten Saisonen kümmere, obwohl er erst ab Oktober als Scala-Intendant im Amt sein werde. "Ich habe die Pflicht, die nächsten Saisonen vorzubereiten, vor allem die nächste entscheidende, in der in Mailand die Weltexpo stattfindet. Bis Oktober wird (der noch amtierende Scala-Intendant Stephane, Anm.) Lissner die Verträge unterzeichnen. Ich muss jedoch meinen Ansprechpartnern Garantien geben, ansonsten verlieren wir alle Zeit und Gelegenheiten", so Pereira.

Die Scala übernimmt in den nächsten Jahren sechs Opernproduktionen aus Salzburg. Die dafür aufgewendeten Summen wären im Vergleich zu Neuproduktionen gering, argumentiert Pereira: "Das ist ein Geschäft."

Das italienische Kulturministerium hat den Scala-Aufsichtsrat dazu aufgerufen, einen Bericht über den Deal mit Salzburg zu verfassen und will überprüfen, ob dabei Interessenskonflikte entstanden sind. "Ich habe alles erklärt und schreibe einen Bericht über den Fall, dem ich dem Mailänder Bürgermeister Giuliano Pisapia vorlegen werde. Wir werden sehen, was bei der nächsten Sitzung des Scala-Aufsichtsrat geschieht. Inzwischen gehe ich auf Urlaub", erklärte der künftige Scala-Chef.

Pereira zeigte sich über die Polemik rund um den Verkauf der Salzburger Produktionen an die Scala nicht überrascht. "Ich glaube, dass jemand, der meine Stelle wollte, jetzt aufgewacht ist. Ich liebe die Scala schon sehr und ich werde darum kämpfen, um hierzubleiben", so Pereira. (APA, 16.4.2014)

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