Entführte Schülerinnen in Nigeria großteils frei

16. April 2014, 22:16
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Militär: Nur noch acht von 129 Mädchen vermisst - Armeeeinsatz im Gange

Abuja - Nach der Entführung von mehr als hundert Schülerinnen in Nigeria durch Islamisten der Sekte Boko Haram meldet die nigerianische Armee einen Erfolg. Nur noch acht von 129 der entführten Mädchen würden vermisst. Einigen Schülerinnen soll die Flucht gelungen sein, ein Einsatz des Militärs sei im Gange. Soldaten und Mitglieder einer Bürgerwehr durchforsteten auf der Suche nach den Entführten einen Wald nahe der Schule in Chibok im nordöstlichen Bundesstaat Borno. Hubschrauber unterstützten die Suche.

"Sie haben meine Tochter entführt, ich weiß nicht, was ich tun soll", sagte eine Mutter aus Chibok, die anonym bleiben wollte. Die nigerianische Regierung forderte sie auf, die Kidnapper zu fassen. "Sie dürfen nicht zulassen, dass die Träume unserer Tochter von diesen Mördern zerschlagen werden." Der Vater einer Schülerin sprach von einem "Albtraum". Die ganze Stadt sei wegen der Massenentführung der Schülerinnen in Trauer.

Polizist und Soldat getötet

Für die Tat wurde die islamistische Gruppe Boko Haram verantwortlich gemacht. Schwerbewaffnete hatten das Mädchengymnasium am Montagabend überfallen und dann mehr als hundert Schülerinnen gezwungen, auf Lastwagen zu steigen. Augenzeugen zufolge töteten die Angreifer einen Polizisten und einen Soldaten auf dem Gelände. Einigen Mädchen gelang bei der Fahrt in die umliegenden Buschlandschaften die Flucht.

Boko Haram kämpft seit Jahren im mehrheitlich muslimischen Norden Nigerias für einen islamischen Staat und verübt regelmäßig Anschläge. Der Name bedeutet übersetzt etwa "Westliche Bildung ist verboten". (red/APA, 16.4.2014)

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    grafik: apa
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