Josef Taus will Weltbild-Verlag retten

16. April 2014, 10:10
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Den Ex-ÖVP-Obmann juckt es offenbar, ein weiteres ungewöhnliches Projekt anzupacken

Interessenten für die katholische Verlagsgruppe Weltbild wurden mittlerweile schon einige ausgemacht. Die Verlagsgruppe mit ihren 6.300 Beschäftigten ist Mitte Jänner in die Pleite geschlittert, nachdem die kirchlichen Gesellschafter nicht mehr bereit waren, weitere Millionenbeträge zuzuschießen.

Nun juckt es offenbar auch Ex-ÖVP-Obmann Josef Taus, ein weiteres ungewöhnliches Projekt anzupacken. Der 81-jährige Industrielle, Sanierer, Gründer und Vorstand der Wiener Management Trust Holding (MTH AG) - sein Firmenreich umfasst mittlerweile neun Branchen, 51 Gesellschaften, 717 Millionen Euro Umsatz und knapp 5700 Mitarbeiter - könnte der Retter der Verlagsgruppe werden.

"Man sollte versuchen, den Namen Weltbild zu erhalten", bestätigte Taus sein Interesse sowohl an dem insolventen Medienhandelshaus als auch an dessen Filialtochter Weltbild Plus mit ihren 220 Geschäften gegenüber der "Süddeutschen Zeitung". "Wir sind durchaus interessiert und waren schon zweimal in Augsburg", sagt Taus. Verwaltung, Online-Handel und auch die Filialen würde er gerne zusammen mit "einem bedeutenden deutschen Unternehmen" übernehmen. Den Namen des Partners nennt er allerdings nicht.

Deutschland wäre für Taus kein Neuland. Im Jahr 2012 sicherte er sich aus der Schlecker-Insolvenzmasse Zugriff auf 109 Filialen der Tochter Ihr Platz. Davon übernahm Taus 40 Geschäfte und gliederte sie in sein Diskontreich Mäc Geiz ein. Mäc Geiz hat derzeit 250 Filialen vor allem in Ost- und Norddeutschland. (red, derStandard.at, 16.4.2014)

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