Wien-Rodaun: Angreifer fügt Straßenbahnfahrer Platzwunde am Kopf zu

16. April 2014, 09:21
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Jugendlicher griff Fahrer mit Schlagstock an und flüchtete mit Komplizen - Wiener-Linien-Betriebsrat fordert nun höhere Sicherheitsmaßnahmen

Wien - Ein Fahrer der Straßenbahnlinie 60 wurde am Dienstagabend an der Endstation Rodaun im 23. Wiener Gemeindebezirk von einem jungen Mann angegriffen und verletzt. Das Motiv und die Identität des Täters sind nach Angaben der Polizei unbekannt. Der Fahrer erlitt Prellungen und Platzwunden am Kopf.

Zwei junge Männer traten gegen 18.35 Uhr an den Chauffeur heran, als sich dieser nach einem Rundgang um den Zug zurück in den Fahrerstand begeben hatte. Einer der beiden beschimpfte den Fahrer ohne vorherigen Wortwechsel und griff den 38-Jährigen in der Folge an, so Wiener-Linien-Sprecher Michael Unger gegenüber derStandard.at. Polizeisprecherin Adina Mircioane bestätigte gegenüber der APA den Einsatz eines Schlagstockes. Ursprünglich war von einer Gruppe dreier Männer ausgegangen worden.

Die jugendlichen Angreifer seien geflüchtet, nachdem ein Fahrgast den Vorfall bemerkt hatte und dem Fahrer zu Hilfe gekommen war, so Unger. Die Attacke ereignete sich an der Schillerpromenade in einem Hochflurwagen der Generation E2 mit offenem Fahrerstand. Der Fahrer wurde psychologisch betreut und nach medizinsicher Erstbehandlung in Hauspflege entlassen.

Betriebsratsforderung

In den vergangenen Monaten ist es mehrfach zu Angriffen gegen Personal der Wiener Linien gekommen. Im März schlugen zwei Männer einen Busfahrer am Reumannplatz, im Februar wurde ein Tramfahrer in der Leopoldstadt ebenfalls mit Faustschlägen niedergestreckt, im Jänner verletzte ein 52-Jähriger einen Fahrer der Linie 31 in Floridsdorf lebensgefährlich mit einem Messer.

Obwohl laut dem Verkehrsunternehmen Übergriffe zahlenmäßig nicht angestiegen seien, fordert der Betriebsrat nun Maßnahmen. "Es reicht uns", so Kurt Wessely, der Betriebsratsvorsitzende, in einer Aussendung. Kommenden Mittwoch wird der Linienbetrieb wegen einer Betriebsversammlung mit zweistündiger Verspätung erst gegen 6.30 Uhr aufgenommen. Gefordert werden mehr Videoüberwachung und Sicherheitspersonal und der ausschließliche Einsatz von Garnituren mit geschlossener Fahrerkabine zu den Randzeiten morgens und nachts. (mcmt, derStandard.at, 16.4.2014)

  • An der Endstation Rodaun wurde der Fahrer einer 60er-Garnitur tätlich angegriffen.
    foto: my friend/wikimedia (CC-Lizenz)

    An der Endstation Rodaun wurde der Fahrer einer 60er-Garnitur tätlich angegriffen.

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