EU sagt Plastiksackerl den Kampf an: Reduktion um 80 Prozent bis 2019

16. April 2014, 14:01
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Mehrheit für EU-Richtlinie, die Plastik- und Kunststoffabfälle reduzieren soll

Geschätzte hundert Milliarden ultradünne Plastiksackerln kommen EU-weit jedes Jahr in Umlauf - und neun von zehn werden nur einmal verwendet und dann weggeworfen. Damit soll nach dem Willen des Europäischen Parlaments bald Schluss sein. Bis zum Jahr 2017 soll der Anfall von "leichten Tragetaschen aus Plastik mit einer Stärke von 0,05 Millimeter" um 50 Prozent reduziert werden; bis 2019 in einer weiteren Stufe um 80 Prozent, gemessen an heutigen Zahlen.

So sieht das zumindest eine EU-Richtlinie vor, die im Europäischen Parlament am Mittwoch zur Abstimmung kam. Eine Mehrheit im Plenum galt bereits zuvor als sicher. Wie die Staaten die Vorgabe in der Praxis umsetzen, bleibt ihnen weitgehend selbst überlassen. Sie können Abgaben einführen, Marktbeschränkungen aussprechen oder die Einzelhändler dazu bringen, die Sackerln nicht mehr gratis abzugeben. Ausnahmen soll es nur für Waren wie Fisch und Meeresprodukte, Fleisch und Milchprodukte wie auch Käse geben.

Ein Sonderfall sind Plastiksackerln, in denen Früchte, Gemüse und Zuckerwaren verkauft werden. Bis 2019 sollen sie durch Papier oder biologisch abbaubare Materialien ersetzt werden. (Thomas Mayer aus Straßburg, DER STANDARD, 16.4.2014)

  • Neun von zehn Plastiksackerl werden EU-weit nur einmal verwendet.
    foto: reuters/stephen hird

    Neun von zehn Plastiksackerl werden EU-weit nur einmal verwendet.

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