Gemeinde Wien soll Krieau-Gründe zu billig verkauft haben

15. April 2014, 17:16
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Rathausbeamte hatten im Vorfeld vor negativem Kaufpreis für die Stadt gewarnt

Ab 2015 sollen Teile der traditionsreichen Trabrennbahn Krieau im Prater mit Büros und Wohnungen verbaut werden. Die dafür vorgesehenen Grundstücke verkaufte die Gemeinde Wien im Jahr 2011 an die Privatfirma IC Projektentwicklung um 60 Millionen Euro. Das berichtet die Wiener Wochenzeitung "Falter" in ihrer am Mittwoch erscheinenden Ausgabe.

Kritiker bezeichnen diese Summe als viel zu niedrig für die großen Gründe, die zudem nicht vollständig von der IC bezahlt werden muss. Denn die Stadt übernimmt zum Beispiel die Kosten für Sanierungen. Die IC hat bis jetzt sieben Millionen Euro bezahlt, der Rest soll nach Abschluss des Bauprojekts folgen.

Zudem zeigt ein Aktenvermerk von 2007, der dem "Falter" vorliegt, dass Rathausbeamte die Chefs der Wien-Holding vor einem äußerst geringen Kaufpreis gewarnt hatten. Wenn der geplante Verkauft nicht korrigiert oder aufgelöst werde, könne ein negativer Kaufpreis für die Stadt herauskommen. Der Verkauf wurde trotzdem durchgezogen. Politisch verantwortlich für diesen war der damalige SPÖ-Wohnbaustadtrat Werner Faymann. Die Gemeinde sieht jedoch keine Unregelmäßigkeiten und verweist auf einen unabhängigen Sachverständigen, der den Preis ermittelt habe. (red, derStandard.at, 15.4.2014)

  • Die Trabrennbahn Krieau im Wiener Prater.
    foto: michael matzenberger

    Die Trabrennbahn Krieau im Wiener Prater.

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