"Rebell" drängt in Conwert-Verwaltungsrat

15. April 2014, 17:27
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Alexander Proschofsky nominiert sich selbst - Bord brauche mehr Unabängigkeit

Wien - Dem Immobilienunternehmen Conwert stehen offenbar turbulente Zeiten bevor. Für die Besetzung der zwei offenen Sitze im Verwaltungsrat kommen neben Martina Postl und Alexander Schoeller jetzt zwei neue Namen ins Spiel. Investor Alexander Proschofsky will mit dem Berliner Immobilienmanager Peter Hohlbein in den Verwaltungsrat einziehen, wie er dem STANDARD sagt.

Proschofsky hatte bei Conwert bereits im Vorjahr die Führungsstruktur des Konzerns laut kritisiert. Auslöser damals war das Faktum, dass der damalige Conwert-Chef Johannes Meran zugleich auch Chef des Verwaltungsrats war. Danach zog sich Meran zunächst als Chef des Unternehmens zurück und kündigte daraufhin auch seinen Abgang als Verwaltungsrat an.

Expertise

Proschofksy kritisiert seit langem, dass der Verwaltungsrat derzeit nicht unabhängig sei und 24,4-Prozent-Aktionär Hans Peter Haselsteiner zu viel Einfluss auf das Gremium habe. "Es gehört mehr Unabhängigkeit in das Bord", sagt Proschofsky zum STANDARD. Der Investor legt zudem Wert auf die Feststellung, dass es bei seinem Engagement nicht darum gehe, Conwert zu übernehmen.

"Ich will meine Expertise in das Unternehmen einbringen", sagt Proschofsky. Als Eigentümer mehrerer Zinshäuser in Wien fühle er sich qualifiziert für den Job. "Ich habe elf Jahre Erfahrung bei Immobilien in Wien und auch Erfahrung an der Börse", sagt der Investor. Für seinen Wahlvorschlag soll Proschofsky bereits Rückendeckung von zwei Investorengruppen haben, die gemeinsam mehr als zehn Prozent an Conwert halten. Proschofsky selbst hält 1,5 Prozent. Ins operative Geschäft will er sich nicht einmischen.

Festhalten an Strategie

Vom Management fordert er, sich auf die Wertsteigerung des Bestands in Deutschland und Österreich zu konzentrieren und an einer Strategie festzuhalten, statt diese laufend zu verändern. Zuletzt habe Conwert das Deutschland-Portfolio verkaufen wollen.

Bekannt wurde Proschofsky durch sein Engagement bei den Meinl-Unternehmen. Damals übernahm er mit anderen Investoren (darunter auch ein Hedgefonds) die Unternehmen. Die Beteiligungen wurden verkauft, die Meinl-Firmen de facto aufgelöst. Das brachte Proschofsky auch den Beinamen "Rebell" ein. (Bettina Pfluger, DER STANDARD, 16.4.2014)

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