Rheuma: Heilpflanze laut Studie wirksamer als gängiges Medikament

15. April 2014, 14:54
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Die Wirkung der Heilpflanze Lei Gong Ten wird mit dem Medikament Methotrexat verglichen - Die aktuelle Studie weist allerdings Schwächen auf

Die chinesische Heilpflanze Lei Gong Teng wirkt einer neuen Studie zufolge bei rheumatoider Arthritis besser als ein gängiges Medikament. Die Wirkung der auch als Wilfords Dreiflügelfrucht bekannten Pflanze wurde in einer am 15. April im britischen Fachjournal "BMJ Open" veröffentlichten Studie mit dem Medikament Methotrexat verglichen.

Dabei schnitten die Patienten, denen die chinesische Heilpflanze verabreicht wurde, deutlich besser ab. Chinesische Wissenschafter überprüften die Wirkung an 174 Patienten mit rheumatoider Arthritis und gaben ihnen entweder die Heilpflanze, das Medikament oder eine Kombination aus beiden.

Nach sechs Monaten fand eine Überprüfung statt. 55 Prozent der Patienten, denen die Heilpflanze gegeben wurde, kamen auf eine deutliche Besserung. Bei dem Medikament allein waren es dabei nur 46 Prozent. Am besten schnitt die Gruppe ab, bei der eine Kombination aus beiden verabreicht wurde: Fast 77 Prozent erreichten die indizierte, deutliche Verbesserung.

Hochgiftige Pflanze mit erheblichen Nebenwirkungen

Wilfords Dreiflügelfrucht (lateinischer Name: Tripterygium wilfordii) ist eine rankende Pflanze, die in der traditionellen chinesischen Medizin schon lange gegen Rheuma eingesetzt wird. Untersuchungen aus den vergangenen Jahren haben das Interesse der Pharmaindustrie geweckt, denn der Pflanze werden Heilwirkungen nicht nur bei Autoimmun-Krankheiten, sondern sogar bei Krebs zugeschrieben.

Allerdings kann die hochgiftige Pflanze auch erhebliche Nebenwirkungen auslösen. Bei der nun vorgestellten Studie waren die Nebenwirkungen von Pflanze und Medikament nach Angaben der Wissenschafter in etwa ähnlich, vor allem waren dies Magen-Darm-Probleme.

Die Untersuchung unter Studienleiter Xuan Zhang von der renommierten Pekinger Uni-Klinik Peking Union Medical College Hospital hat allerdings auch Schwächen: Eine ist, dass die behandelnden Ärzte und Patienten jeweils wussten, welches Medikament ihnen verabreicht wurde. Zudem war der Untersuchungszeitraum zu kurz, um eine Aussage darüber zu treffen, ob die Heilpflanze die Krankheit auch stoppen konnte oder ob sie nur die Symptome linderte. Auch war die Methotrexat-Dosis geringer als in westlichen Ländern normalerweise verabreicht. (APA/AFP, 15.4.2014)

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