Große Personalsorgen vor dem Clasico

15. April 2014, 14:42
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Der FC Barcelona kämpft am Mittwoch im Cup-Finale gegen Real Madrid um die wohl letzte Titelchance. In Bestbesetzung können beide nicht antreten, auch Cristiano Ronaldo wird nicht mit von der Partie sein

Im "Clasico" um den spanischen Fußball-Cuptitel am Mittwoch (21.30 Uhr/live Servus TV, laola1.at) in Valencia geht es vor allem für den FC Barcelona um mehr als nur ums Prestige. Nach dem Out in der Champions League und einem schweren Rückschlag in der Meisterschaft ist das Duell mit Real Madrid für die Katalanen wohl die letzte Chance, in diesem Jahr doch noch einen Titel einzufahren.

Innenverteidiger als Mangelware

Allerdings wird der regierende Meister von massiven Personalsorgen geplagt. Mit Javier Mascherano - eigentlich ein gelernter Mittelfeldspieler - steht derzeit nur ein topfitter Innenverteidiger zur Verfügung. Marc Bartra muss trotz Muskelverletzung die Zähne zusammenbeißen, weil Gerard Pique wegen einer Rippenverletzung nicht rechtzeitig fit werden dürfte und der von Kniebeschwerden geplagte Carles Puyol bestenfalls ein Thema für die Ersatzbank ist.

Im Notfall würde Linksverteidiger-Reservist Adriano in der zentralen Abwehr einspringen. Dahinter steht der 38-jährige fehleranfällige Jose Manuel Pinto im Tor - Victor Valdes fällt wegen eines Kreuzbandrisses aus. Sportdirektor Andoni Zubizarreta war zuletzt von der Verletztenmisere sichtlich gezeichnet. "Das ist der schlimmste Moment in meiner Amtszeit", sagte der Ex-Goalie, der seinen Job seit 2010 ausübt.

Messi in "guter Verfassung"

Zu allem Überdruss präsentierte sich Lionel Messi nicht in Bestform. Aufgrund der mangelnden Einsatzbereitschaft des vierfachen Weltfußballers wird in spanischen Medien gemutmaßt, der Argentinier schone sich für die WM, was Zubizarreta zurückwies. "Es ist alles in Ordnung mit ihm. Er trainiert gut und ist in guter Verfassung", beteuerte der Sportdirektor.

Schon vor dem jüngsten "Clasico" war Messi eine Formkrise nachgesagt worden, ehe der 26-Jährige den FC Barcelona mit drei Toren zum 4:3-Sieg im Estadio Bernabeu schoss. Damals ging das Privat-Duell mit Cristiano Ronaldo klar an den Argentinier, eine Neuauflage fällt ins Wasser. Der Portugiese laboriert nach wie vor an Kniebeschwerden.

Ancelotti hält den Ball flach

Trainer Carlo Ancelotti wollte den prominenten Ausfall nicht überbewerten. "Er wird uns immer fehlen, aber meine Spieler sagen auch nicht 'Oh mein Gott, was machen wir nur ohne ihn?'. Sie haben Selbstvertrauen und gezeigt, ohne ihn gewinnen zu können."

Der Italiener setzt wie in der Champions League auch im Cup auf Iker Casillas, der in dieser Pokal-Saison kein einziges Gegentor kassierte und als Einsergoalie mit Real seit 14 Jahren kein Endspiel mehr verlor. Dafür mussten sich die Madrilenen in ihren drei jüngsten Endspielen ohne Casillas allesamt geschlagen geben - zuletzt im Cup vor einem Jahr gegen Atletico, als der spanische Teamgoalie von Jose Mourinho auf die Bank gesetzt wurde.

Den damals verpassten 19. Pokal-Triumph will Real am Mittwoch nachholen. Für Rekordsieger FC Barcelona wäre es der 27. Cup-Titel. (APA, 15.4.2014)

  • Das erklärt einiges. Lionel Messi hat im Training den falschen Ball erwischt.
    foto: reuters/nacarino

    Das erklärt einiges. Lionel Messi hat im Training den falschen Ball erwischt.

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