Syrien gibt Einnahme von strategisch wichtiger Stadt bekannt

14. April 2014, 21:58
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Maaloula war im vergangenen Jahr von Rebellen eingenommen worden

Damaskus - Das syrische Militär hat staatlichen Medien zufolge mit der Einnahme der strategisch wichtigen Stadt Maaloula einen weiteren Sieg gegen die Rebellen errungen. Die Soldaten hätten den Ort nördlich von Damaskus mithilfe von Kämpfern der Hisbollah-Miliz erobert, meldete die amtliche Nachrichtenagentur Sana am Montag. Auch das christliche Kloster Mar Thecla sei nun in der Hand der Regierung.

Islamistische Kämpfer hatten Teile von Maaloula im Dezember eingenommen und mehrere Nonnen als Geiseln genommen. Sie kamen im März frei. Der Ort ist wegen seiner Gotteshäuser und Klöster bei christlichen und muslimischen Pilgern bliebt.

Die syrische Armee hat in den vergangenen Wochen immer wieder Erfolge vermeldet. Maaloula liegt an der Straße zwischen der Hauptstadt und Homs im Norden. Die Kontrolle über den Ort hat während des Bürgerkriegs mindestens vier Mal gewechselt. Sollten die Truppen von Präsident Bashar al-Assad die Nord-Süd-Verbindung ganz kontrollieren, würde dies seine Macht im Zentrum des Landes deutlich festigen.

Zudem könnten über diese Strecke Hunderte Tonnen von Chemiewaffen transportiert werden, die Syrien unter Druck der Staatengemeinschaft aufgibt. Nach Angaben der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) vom Montag hat Syrien bisher etwas mehr als 65 Prozent seiner 1.300 Tonnen Kampfstoffe übergeben. Die Regierung in Damaskus hinkt dem Zeitplan für deren Vernichtung um Wochen hinterher.

Eine UN-Untersuchung hatte im Dezember den Einsatz von Giftgas in dem seit mehr als drei Jahren anhaltenden Konflikt festgestellt, ohne jedoch einen Verantwortlichen zu nennen. Rebellen und Regierung werfen sich gegenseitig vor, Chemiewaffen einzusetzen, zuletzt am Freitag und Samstag in dem von Rebellen gehaltenen Dorf Kfar Zeita. Die Opposition stellte am Sonntag Fotos und Video-Aufnahmen ins Internet, die eine improvisierte Chlor-Bombe der Regierung zeigen sollen. Im Staatsfernsehen wurde dagegen die radikal-islamische Nusra Front verantwortlich gemacht. Die Angaben können nicht überprüft werden. Im syrischen Bürgerkrieg sind mehr als 150.000 Menschen getötet worden. (APA/Reuters, 14.4.2014)

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