Führende Mitglieder der Muslimbrüder mit Kontakten nach Graz

14. April 2014, 18:12
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Graz - Das in britischen Medien kolportierte Vorhaben der Muslimbruderschaft, in Graz einen Teil ihres Hauptquartieres einzurichten, kommt für den Präsidenten der Ägyptischen Gemeinde Österreichs, Ali Suleiman, nicht ganz überraschend.

Führende Muslimbrüder hätten schon seit Jahren gute Kontakte zu Graz unterhalten. So komme etwa auch einer der engsten Berater des ehemaligen ägyptischen Präsidenten Mursi aus Graz, bestätigte Suleiman Ali im Standard-Gespräch diesbezügliche Gerüchte. Der Mann sitze seit Juni 2013 in Kairo im Gefängnis, seine Frau und Kinder lebten nach wie vor in der steirischen Landeshauptstadt.

Soleiman, der von Graz aus die österreichweite "Ägyptische Gemeinde" führt, kritisiert die seiner Meinung nach geführte "Hetzkampagne" gegen die Muslimbrüder. "Man kann nicht eine ganze Gruppe verteufeln, nur weil sie von einer Putschregierung verboten wurde. Mit welcher Legitimität? Die Putschisten sind doch kein Maßstab. Das sage ich als Sozialdemokrat" , erregt sich Ali Soleiman. Die Errichtung eines internationalen Büros sei für Graz sogar "ein Vorteil". Soleiman Ali: "Vielleicht werden sie dann hier ihr Vermögen investieren."

Strikt anderer Meinung ist die Grazer Rathauskoalition aus VP, SP und FP. Die Stadt Graz stehe für einen offenen interreligiösen Dialog. "Organisationen, die mit Gewalt Ansichten vertreten oder durchsetzen wollen, die nicht vereinbar sind mit demokratischen Prinzipien oder der Anerkennung des säkularen Prinzips, sind in Graz nicht willkommen", heißt es in einer Stellungnahme. (Walter Müller, DER STANDARD, 15.4.2014)

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