Größere Gruppen an Schulen als Trendumkehr

14. April 2014, 12:50
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Klassenschülerzahlen in den vergangenen Jahren gesunken Wien

Die ab dem kommenden Schuljahr geltenden größeren Gruppengrößen in einigen Fächern drehen einen Trend an den Schulen wieder um: In den vergangenen Jahren sind die Klassenschülerzahlen stark gesunken - vor allem an den AHS ist die Zahl der Schüler, die in Klassen mit mehr als 25 Schülern sitzen, zurückgegangen. Das zeigt ein Blick in den vom Bildungsministerium jährlich aufgelegten "Zahlenspiegel".

Von den aktuell geplanten Maßnahmen ist die eigentliche Klassengröße zwar nicht betroffen. Diese bleibt zunächst unverändert - größere Gruppen als bisher gibt es allerdings in einzelnen Fächern. In bestimmten Gegenständen wie etwa Deutsch, Mathematik und Englisch in den ersten Klassen der berufsbildenden mittleren und höheren Schulen (BMHS) und den Oberstufenrealgymnasien werden die Klassen in kleinere Gruppen aufgeteilt - diese Möglichkeit wird durch das vom Bildungsministerium geplante Paket eingeschränkt. Dies funktioniert, indem die sogenannten Teilungszahlen erhöht werden: Klassen werden in diesen Fächern also erst dann in kleinere Gruppen aufgeteilt, wenn eine höhere Schülerzahl als bisher erreicht wird. Folge: Es gibt insgesamt weniger Aufteilungen, also weniger Gruppen und damit weniger benötigte Lehrerstunden.

Abrücken von Regierungspolitik

Das ist aber insofern ein Abrücken von der bisherigen Regierungspolitik, als bisher eigentlich die Verkleinerung der Klassen im Mittelpunkt stand. 2008 wurde die Klassenschülerhöchstzahl durch eine Novelle in der AHS-Unterstufe auf 25 gesenkt. Um Abweisungen aufgrund baulicher Beschränkungen zu vermeiden, kann diese Höchstgrenze um 20 Prozent - also auf 30 Kinder - überschritten werden. Bis dahin betrug die Klassenschülerhöchstzahl 30 mit einer Überschreitungsmöglichkeit ebenfalls von 20 Prozent - also auf 36 Schüler. Diese Grenzen gelten aber weiter für die AHS-Oberstufen und die BMHS.

Diese Maßnahme hat sich auch tatsächlich ausgewirkt: Gab es im Schuljahr 2006/07 im AHS-Bereich noch 3.368 Klassen mit einer Schülerzahl zwischen 26 und 30 sowie 919 mit mehr als 30 Schülern, waren es 2012/13 nur mehr 2.245 (26-30) bzw. 183 (mehr als 30). Die durchschnittliche Schülerzahl pro AHS-Klasse sank im gleichen Zeitraum von 25,2 auf 23,3 Schüler.

An den BMHS ist die Entwicklung nicht ganz so ausgeprägt: In den BMS saßen 2006/07 in 482 Klassen zwischen 26 und 30 Schülern und in 424 mehr als 30 Jugendliche. Diese Zahlen sanken bis 2012/13 auf 399 (26-30 Schüler) bzw. 305 (mehr als 30). An den BHS gab es dagegen ein leichtes Plus bei der Zahl der Klassen zwischen 26 und 30 Schülern (2006/07: 1.429, 2012/13: 1.451) und einen Rückgang bei der Zahl der Klassen mit mehr als 30 Jugendlichen (2006/07: 1.069, 2012/13: 973). Im gleichen Zeitraum sank die durchschnittliche Klassengröße an den BMS von 23,6 auf 22,4 und an den BHS leicht von 24,7 auf 24,3. (APA, 14.4.2014)

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    grafik: apa
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