Citigroup streicht hunderte Jobs

14. April 2014, 11:21
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Nicht nur die Geldhäuser in Europa sparen kräftig ein, die US-Großbank Citigroup steigt im Kapitalmarktgeschäft auf die Kostenbremse

Der Schrumpfungsprozess in der Bankenbranche geht nicht nur in Europa unvermindert weiter. Die größten Geldhäuser haben im vergangenen Jahr insgesamt rund 5.300 Filialen geschlossen oder abgestoßen, rund 80.000 Jobs gingen verloren - und die Schrumpfkur im Privatkundengeschäft hat Experten zufolge gerade erst begonnen. "Zum ersten Mal überhaupt sehen wir wirklich dramatische Veränderungen", sagte Dirk Vater, der sich bei der Beratungsfirma Bain & Company um Banken kümmert jüngst.

Auch US-Banken sparen zum Teil kräftig ein. So drückt die US-Großbank Citigroup laut "Wall Street Journal" im Kapitalmarktgeschäft auf die Kostenbremse. Insgesamt fielen 200 bis 300 Jobs in der Abteilung "Markets" weg, so die Zeitung unter Berufung auf eine mit dem Vorgang vertraute Person. Auch der jüngere Bruder des ehemaligen Vorstandschefs Charles Prince muss demnach gehen.

Die Bank reagiere damit auf die gegenwärtigen Bedingungen am Markt, zitierte die Zeitung eine Sprecherin. Citigroup-Chef Mike Corbat wollte sich noch am Montag nach Vorlage der Quartalszahlen Fragen der Investoren stellen. 

Überraschend gute Quartalszahlen

Die Citigroup hat im Gegensatz zum US-Bankenprimus JP Morgan im ersten Quartal 2014 überraschend viel verdient. Der Gewinn stieg um 4 Prozent auf 4,15 Mrd. Dollar (3,2 Mrd. Euro), wie die drittgrößte US-Bank am Montag mitteilte. Citi profitierte dabei davon, dass der Verlust auf die Altlasten der Bank viel geringer ausfiel als im Vorjahreszeitraum. Im Handel lief es dagegen nicht rund.

Die Aktien des Instituts stiegen nach Vorlage der Quartalsbilanz im vorbörslichen US-Handel um 2,4 Prozent. JP Morgan hatte indes einen deutlichen Gewinnrückgang ausgewiesen, der zudem die Markterwartungen verfehlte. (Reuters/red, derStandard.at, 11.4.2014)

  • Bis zu 300 Jobs in der Abteilung "Markets" fallen in der US-Großbank dem Rotstift zum Opfer.
    foto: ap/lenninhan

    Bis zu 300 Jobs in der Abteilung "Markets" fallen in der US-Großbank dem Rotstift zum Opfer.

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