Ukraine macht Anleger nervös

14. April 2014, 14:13
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Die Unsicherheit über die Lage in der Ukraine schickt die Tokioter Börse auf Sechsmonatstief, der Goldpreis steigt

Die weitere Zuspitzung in der Ost-Ukraine sorgt für Nervosität unter Investoren. Die europäischen Aktienmärkte reagierten am Montag mit Verlusten auf die jüngste Zuspitzung im Konflikt zwischen Russland und dem Westen. Anleger steuerten sicherer Häfen wie deutsche Bundesanleihen und Gold an. Am Devisenmarkt geriet der Euro unter Druck. Auch die Landeswährungen Russlands und der Ukraine gaben nach.

Zuletzt hatten prorussische Separatisten ein Ultimatum der Regierung in Kiew verstreichen lassen, ohne zuvor besetzte Verwaltungsgebäude in der Ost-Ukraine zu räumen. Die USA werfen Russland vor, an der Besetzung der Häuser mit bewaffneten Kräften beteiligt zu sein, um die Lage zu destabilisieren - was die russische Regierung vehement dementiert.

Die Nachrichten aus der Ukraine setzten die deutschen Börsen unter Druck. Der DAX weitete seine Verluste nach einem schwachen Start aus. Zuletzt stand der deutsche Leitindex 1,05 Prozent tiefer bei 9.217,37 Punkten und damit nur knapp über seinem bisherigen Tagestief bei 9.214 Punkten. Noch deutlicher ging es für MDAX und TecDAX abwärts. Sie gaben um zweieinhalb und mehr als dreieinhalb Prozent nach. Ähnlich das Bild beim Euro-Stoxx-50. Er stand zuletzt um 0,75 Prozent tiefer.

In Wien rutschte der ATX am frühen Nachmittag mit 1,5 Prozent ins Minus auf 2.459,66 Zähler. Dem europaweit schwachen Branchentrend folgten dabei die Bankwerte, Raiffeisen fielen um 2,8 Prozent und Erste Group um 2,3 Prozent. Auch Immofinanz (minus 2,9 Prozent) und Wienerberger (minus 3,8 Prozent) verbilligten sich deutlich.

Den Goldpreis trieb die Zuspitzung in der Ostukraine auf den höchsten Stand seit drei Wochen. Im Vergleich zum Freitag kletterte der Preis pro Feinunze (etwa 31,1 Gramm) um fast zehn Dollar bis auf 1.329,57 US-Dollar. Am Devisenmarkt waren als sicher geltenden Währungen wie der amerikanische Dollar und der japanische Yen gefragt. Der Euro fiel am Vormittag bis auf 1,3816 Dollar. Am Freitag hatte er zeitweise noch über der Marke von 1,39 Dollar notiert.

Deutsche Staatsanleihen, die am Finanzmarkt als Maß aller Dinge in Sachen Ausfallsicherheit gelten, profitierten von der Nervosität. Der richtungsweisende Euro-Bund-Future stieg bis Mittag um 0,06 Prozent auf 144,17 Punkte. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen fiel auf 1,50 Prozent. Insgesamt hielten sich die Kursausschläge am Markt für Euro-Staatsanleihen jedoch in Grenzen.

Am deutlichsten waren die Auswirkungen der Ukraine-Krise an den lokalen Finanzmärkten Osteuropas zu spüren. Die Kurse russischer Staatsanleihen fielen auf den tiefsten Stand seit einem Monat. Ukrainische Papiere notierten so schwach wie zuletzt vor drei Wochen. Auch die Landeswährungen - der russische Rubel und die ukrainische Griwna - gaben nach. (Reuters/red, derStandard.at, 14.4.2014)

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