Design als Konfession

13. April 2014, 17:22
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Österreicher punkten bei Möbelmesse in Mailand

Mit einer Superausstellung während der Mailänder Möbelmesse sorgten 62 österreichische Designer in der lombardischen Metropole für Furore. In der von den Architekten Andreas Klug und Michael Vasku präsentierten Schau "Confession of Design" wurden Möbel, Einrichtungsobjekte und Beleuchtungskörper "made in Austria" gezeigt.

Als Magnet wirkte einerseits die moderne Interpretation und Fortsetzung des Wiener-Werkstatt-Designs. Zum anderen waren auch der Ausstellungsort im ehemaligen "Pest-Krankenhaus" Rotonda della Besana und der Trend zum postklassischen Design attraktiv. "Es heißt, man solle nicht Eulen nach Athen tragen. Aber wir haben in Italien einen exzellenten Markt mit Wachstumspotenzial", sagte der Handelsdelegierte, Michael Berger. Österreichs Möbellieferungen nach Italien stellen knapp vier Prozent der gesamten Branchenimporte im Volumen von 2,4 Milliarden Euro.

Wachstumspotenzial ist vorhanden, denn auch der staatliche Konsumanreiz für Möbelkäufe in Italien soll bis 2020 anhalten, kündigte ein Regierungssprecher anlässlich der Möbelmesse "I Saloni", mit 1737 Ausstellern und rekordverdächtigen 320.000 Besuchern, an. Italiens 70.000 Möbelbauer mit 370.000 Beschäftigten und 27 Milliarden Euro Umsatz (2013) nehmen eine Schlüsselposition im Wirtschaftsgeschehen ein. Allerdings mussten im Vorjahr 2400 Betriebe schließen, der Inlandskonsum schrumpfte um sieben Prozent, doch die Exporte (rund 60 Prozent der Produktion) laufen weiterhin auf Hochtouren.

Nun regiert die Hoffnung, dass der - auch mittels Steuererleichterungen eingeläutete - Trend hält. Auch haben die Designer erkannt, dass ständiges Jammern über die Wirtschaftskrise nichts nützt. "Die Qualität muss weiter verbessert werden - bei Holz-, Alu- und Plastikobjekten", mahnt Design-Königin Patricia Urquiola, die mit 18 renommierten italienischen Möbelhäusern kooperiert. (Thesy Kness-Bastaroli aus Mailand, DER STANDARD, 14.4.2014)

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