Der Mann, die Glut, das Bier

Einserkastl13. April 2014, 17:47
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Laut neuen Forschungsergebnissen sollte beim Grillen stets ein Bier zur Hand sein

Jetzt kann es nicht mehr lange dauern, bis die Rauchzeichen aufsteigen und der Herr der Schöpfung seiner archaischen Bestimmung als oberster Fleischverbrenner gerecht werden darf. Grillzeit, endlich: Kohlen glühen, Fett trieft, Bier fließt - sollten die Flammen einmal allzu lustig züngeln, wird der Hüter des Feuers wissen, wie sie mittels lässig geführter Bierdosenschüttung zu zügeln sind. So war es immer, so soll's auch weiterhin sein!

Just die Wissenschaft, wiewohl gemeinhin nie verlegen, einem die Lust an der Unvernunft zu verleiden, springt dem Homo grillensis jetzt anfeuernd bei: Eine Studie der Uni Porto hat tatsächlich ergeben, dass Bier ein probates Mittel sein dürfte, um die Entstehung krebserregender Stoffe beim Grillen hintanzuhalten.

Die Forscher haben Schweinefleisch gegrillt und danach untersucht, ob die Konzentration gefährlicher polyzyklischer aromatischer Kohlenwasserstoffe (PAK) abnimmt, wenn das Grillgut zuvor in Bier mariniert wurde. Fazit: und wie!

Die in Bier - und besonders in dunklem Bier - enthaltenen Melanoidine wirken als PAK-Fänger und können den Gehalt karzinogener Stoffe im Fleisch um mehr als die Hälfte senken. Ob die segensreiche Wirkung des Gerstensafts auch dann eintritt, wenn der Grillmeister statt des Fleisches den eigenen Körper mit Bier behandelt - und zwar vor, während und nach dem Grillen -, bleibt (vorerst?) noch ungeklärt. (corti, DER STANDARD, 14.4.2014)

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