Großbrand in Chile: Flammen in Valparaiso eingedämmt

14. April 2014, 08:46
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Zahl der Toten steigt auf 15 - Brandursache gibt weiter Rätsel auf: Feuer gelegt oder von Geiern ausgelöst?

Im Kampf gegen die Feuersbrunst von Valparaiso mit nun mindestens 15 Toten haben Einsatzkräfte die meisten Brandherde eingedämmt. Es gebe deutliche Fortschritte, sagte der Leiter der Forstverwaltung in der chilenischen Hafenstadt. Die Brandursache gibt weiter Rätsel auf.

"Wir können den Brand aber noch nicht für kontrolliert erklären, denn starker Wind könnte ihn neu entfachen", warnte Aaron Cavieres am Montagabend (Ortszeit). Zunächst müssten weitere Feuerschneisen gezogen werden. Hoffnung macht den Tausenden Helfern die Wetterprognose: Der Wind soll nachlassen, die Temperatur sank am Dienstag stark. Es könne dennoch bis Anfang Mai dauern, bis der Brand völlig gelöscht sei.

Es sei auch nicht ausgeschlossen, dass weitere Tote gefunden würden, sagte Innenminister Rodrigo Penailillo. Die Feuerwalze auf den Hügeln der Pazifik-Metropole zerstörte nach seinen Worten rund 2.500 Wohnungen, mehr als 11.000 Menschen sind obdachlos. Insgesamt seien 1.140 Hektar Land abgebrannt. Das zum Weltkulturerbe zählende Zentrum der Stadt blieb von der Katastrophe verschont.

Insgesamt 30 Löschflugzeuge, darunter sechs aus dem Nachbarland Argentinien, sind im Kampf gegen die Flammen. Rund 3.000 Soldaten und Polizisten sorgen für Sicherheit und unterstützen die 1.250 Feuerwehrleute. Staatschefin Michelle Bachelet kündigte am Dienstag an, sie werde einen Sonderdelegierten für den Wiederaufbau ernennen. Auch für die Anfang April von einem schweren Beben betroffenen Regionen in Nordchile sollen Sonderbeauftragte ernannt werden.

"Es ist eine enorme Tragödie, aber auch eine Gelegenheit, jetzt richtig zu handeln", sagte Bachelet. Der Stadtplan Valparaisos müsse geändert werden, um die Probleme zu beheben, die die Verbreitung des Feuers erleichtert und Helfern den Zugang erschwert hätten. Der Wiederaufbau werde wohl ihre ganze vierjährige Amtszeit einnehmen.


Die Feuerwehr ist im Großeinsatz. (Foto: AP Photo/ Luis Hidalgo)

Die Brandrisiken seien bekannt gewesen, nur würden sie bei der Städteplanung nicht beachtet, erklärte der Experte Marcelo Lagos im Fernsehsender TV Chile. In Valparaiso sei entgegen der Verordnungen in den Schluchten zwischen den Hügeln gebaut worden.

"Wir werden alle Mittel zur Verfügung stellen, um dieser Tragödie zu begegnen", versprach Bachelet in einer Fernsehansprache. Es habe sich um einen Brand nie dagewesener Dimension gehandelt. Aus verschiedenen Landesteilen waren Lastwagen mit Lebensmitteln und Kleidung in das Katastrophengebiet unterwegs.

Das historische Viertel um den Hafen von Valparaiso gehört zum Weltkulturerbe. Die Unesco sicherte Chile Unterstützung zu: Die UN-Kultur-Organisation stehe bereit "um zu helfen, die Auswirkungen der Brände zu mindern".

Rätseln über Brandursache

Über den Ursprung des Brandes wird weiter gerätselt. Während der Chef des Katastrophenschutzes (Onemi), Guillermo de la Maza, Brandstiftung vermutete, schloss Innenminister Penailillo dies aus. Nach Angaben der Polizei könnten zwei bei einem Kabelkontakt verbrannte Geier die Auslöser gewesen sein. Das Fernsehen zeigte am Dienstag einen verkohlten Truthahngeier auf einem Pfosten einer Hochspannungsleitung an der Stelle, wo die Polizei den Ursprung des Brandes vermutet. Der andere sei wie eine brennende Fackel auf trockene Blätter gefallen und habe so das erste Feuer gezündet. Der zuständige Staatsanwalt Eduardo Fernandez schloss keine dieser Theorien aus.

Der Großbrand war am Samstag in der Umgebung ausgebrochen. Wegen starken Windes von bis zu 70 Kilometern pro Stunde und der trockenen Vegetation erreichten die Flammen rasch die bewohnten Hügel Valparaisos. In Chile sind in den vergangenen 50 Jahren knapp 2,3 Millionen Hektar Land verbrannt, wie das Nachrichtenportal Emol unter Berufung auf offizielle Statistiken berichtete. (APA, 16.04.2014)

 

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  • Ein Waldbrand greift auf Valparaiso über.
    foto: reuters

    Ein Waldbrand greift auf Valparaiso über.

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