Guinea-Bissau wählt Präsidenten und Parlament

13. April 2014, 17:48
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50 internationale Beobachter überwachen Abstimmung

Bissau - Die Bewohner des krisengeschüttelten afrikanischen Landes Guinea-Bissau haben am Sonntag einen neuen Präsidenten und ein neues Parlament gewählt. Bereits vor ihrer Öffnung bildeten sich Schlangen vor den Abstimmungslokalen. Der Wahltag verlief ersten Informationen zufolge friedlich.

Aussichtsreichste Kandidaten im Rennen um das Präsidentenamt sind der Wirtschaftsexperte und frühere Finanzminister Jose Mario Vaz von der langjährigen Regierungspartei PAIGC und Oppositionsführer Abel Incada. Zudem gibt es elf weitere Bewerber. Außenseiterchancen hat der unabhängige Kandidat Nuno Gomes Nabian. Zudem soll die seit einem Militärputsch im April 2012 amtierende Übergangsregierung abgelöst werden.

Rund 4.000 Soldaten waren im Einsatz, um für Sicherheit zu sorgen. Außerdem waren 550 internationale Beobachter der EU sowie der Afrikanischen Union im Land, um den fairen und freien Ablauf zu überprüfen. Die Guinea-Bissauer hoffen auf ein Ende des politischen Chaos', das seit Jahrzehnten in dem bitterarmen Land anhält. Seit der kleine Staat 1974 seine Unabhängigkeit von Portugal erlangte, ist es noch keinem Staatschef gelungen, seine Amtszeit zu Ende zu führen.

Die Wahllokale schließen um 18.00 Uhr Ortszeit (20.00 Uhr MESZ). Ergebnisse werden erst für Mittwoch erwartet. Sollte keiner der Kandidaten eine Mehrheit erreichen, ist für den 18. Mai eine Stichwahl geplant. Es gilt zudem als wahrscheinlich, dass die PAIGC eine Mehrheit der 102 Parlamentssitze gewinnen wird. Im Mittelpunkt des Wahlkampfes standen vor allem die Lebensbedingungen in dem Land. Insgesamt bewarben sich um die Parlamentssitze 15 Parteien, zur Präsidentschaftswahl traten 13 Kandidaten an.

Rund 775.000 Menschen haben sich in dem 1,6-Millionen-Einwohner-Staat für die Abstimmung registrieren lassen, das sind 95 Prozent der Wahlberechtigten. Nach Angaben der Wahlbehörde erreichten alle Wahlzettel pünktlich die Wahllokale.

Wegen Sicherheitsbedenken war die Abstimmung seit November 2013 zweimal verschoben worden. Der Urnengang war auf Druck der ausländischen Partner angesetzt worden, die nach einem Putsch vor zwei Jahren ihre Hilfe weitgehend ausgesetzt hatten. Das westafrikanische Land leidet seit Jahrzehnten unter politischer Instabilität, Gewalt und Drogenhandel.  (APA, 12.4.2014)

 

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