Chip testet auf Resistenzen von Krankheitserregern

23. August 2003, 12:00
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DNA-Mutationen des Pilzes Candida albicans werden identifiziert

Stuttgart - Mit einem neuartigen Chip können Krankheitserreger auf Resistenzen getestet werden. Forscher des Stuttgarter Fraunhofer-Institutes für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik (IGB) haben ein System entwickelt, das für Resistenzen verantwortliche DNA-Mutationen des Pilzes Candida albicans identifizieren kann. In Deutschland sterben jährlich mehrere tausend Menschen an Infektionen mit dem Pilz, vor allem Patienten, deren Immunsystem etwa durch Chemotherapie oder Organtransplantation geschwächt ist.

Die Behandlung der Patienten wird dadurch erschwert, dass Antimykotika gegen Stämme der Pilzart zunehmend wirkungslos sind. Für solche Resistenzen sind oft Punktmutationen auf dem ERG11-Gen des Pilzes verantwortlich. Die Forscher entwickelten nun ein Testsystem, das einzeln mutierte DNA-Bausteine auf dem Gen anzeigt.

Auf dem Chip werden zunächst DNA-Fragmente des ERG11-Gens verankert. Dann wird aus Candida-infizierten Patienten der Pilzstamm isoliert und auf dem Chip getestet. Dabei lagern sich passende Basen aneinander. Ein Signal zeigt an, welche Sequenzen vollständig übereinstimmen. Mediziner können daraus ersehen, ob es sich um einen Wildtyp des Pilzes handelt oder um eine Mutante, und das passende Antimykotikum einsetzen. Für den Patienten werden unnötige Nebenwirkungen vermieden. (APA/AP)

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    Befall durch Candida albicans

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