Kabarett-Herbst mit alten Blättern

25. August 2003, 19:23
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In erster Linie laufen Erfolgsprogramme weiter

Wien - Große Namen mit neuen Programmen sind Mangelware im diesjährigen Kabarett-Herbst, dafür laufen viele erfolgreiche Programme der vergangenen Saison weiter. Auf dem Premieren-Programm stehen heuer eher Nachwuchskünstler und Solo-Erstlinge erfolgreicher Teamspieler. Am 16. September wird im Vindobona der Österreichische Kabarettpreis "Karl 2003" an Thomas Maurer verliehen, der seine "Neue Selbstständigkeit" zwar nicht aufgibt, aber auch wieder gemeinsam mit Florian Scheuba "Anleitung zur politischen Unmündigkeit" geben wird. Erstmals solo meint Gerold Rudle: "Alles wird gut".

Maurer und Scheuba

Die "Zwei echten Österreicher" von 2000, Thomas Maurer und Florian Scheuba, stehen ab dem 28. Oktober (Premiere im Vindobona) zum zweiten Mal mit einem gemeinsamen Programm auf der Bühne und kontern auf den Lauf der Welt mit der "Anleitung zur politischen Unmündigkeit". Nicht nur für Leute, deren "Laktatwerte und Cholesterinratings ebenso top sind wie ihr Social Standing und ihr Emotionsquotient," deren "Politkompetenz aber noch Optimierungspotenzial aufweist", wie es im Pressetext heißt.

Rudle solo

Gerold Rudle (von Steinböck & Rudle) begibt sich mit "Alles wird gut" (ab 8. September in der Kulisse) auf einen heiteren Ausflug ins "Besserland". Sehr persönlich will der Komiker, der sonst gemeinsam mit Herbert Steinböck im Kabarett und bei Premiere Austria gaukelt, von Pannen auf der Bühne und im Leben berichten. Mit dem Seminar- und Wirtschaftskabarettisten Jürgen Vogel und seinem "Bruttoemotionalprodukt" führt das Kabarett Niedermair die After-Work-Schiene (Montags um 16.30 Uhr) fort.

Dolly Schmidinger

Auf den soliden Boden des Irrealen will sich Dolores Schmidinger als "Queraussteigerin" begeben. Musikalisch begleitet Bernhard van Ham Schmidingers Special Effects wie unter anderem eine Live-Marienerscheinung - ab dem 7. Oktober im Vindobona. Im "Freistil" bewegt sich "Musical Comedian" Viktor Gernot ab dem 30. September im Orpheum. Musik und Tanz, Imitation und - letztmals - Peter Alexander-Parodien drehen sich um den american way of life, aber auch Gernots Verhältnis zur Dance-Musik. Um eines geht es allerdings nicht, verspricht der Freistil-Österreicher: Jörg Haider.

Prolongiertes

Kabarett-Größen wie Alfred Dorfer, Josef Hader und Roland Düringer sind mit ihren schon mehrere Jahre alten Programmen weiter auf den Spielplänen präsent, und auch die Produktionen der vergangenen Saison von Gunkl, Andreas Vitasek, Thomas Maurer und Ludwig Müller laufen weiter. Open-End-Nachwuchs-Kabarett bietet dagegen die traditionelle "Lange Nacht des Kabaretts" im Kabarett Niedermair, heuer mit Klaus Eckel, Pepi Hopf, Martin Kosch und Thomas Stipsits als Saisonauftakt am 1. September.

... und mehr

Die Gewinner des diesjährigen Grazer Kleinkunstvogels, das Duo Walter/Seidl, fragen ab dem 10. Oktober im Wiener Spektakel "Warum Richard III.?" Ihren zweiten "Berühmtwerdungsversuch" unternehmen Dr. Bruns und Frl. Evi mit "Vanillefurz im Lendenschurz" im Theater am Alsergrund ab dem 3. Oktober. Dort sucht man bei Wiens ältestem Kleinkunstpreis, dem Goldenen Kleinkunstnagel, vom 4. bis 8. November außerdem die besten Kabarettisten, auch in der Kategorie "Neuling". (APA)

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