Zusammenhang zwischen Kupfer und Alzheimer?

24. August 2003, 15:00
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Neue Studie an Kaninchen weist auf Förderung der Krankheit hin - andere Studie stellte Hemmung fest

London - Kupfer fördert offenbar die Entstehung der Alzheimer-Krankheit. US-Forscher gaben Kaninchen mit Kupfer versetztes Wasser und stellten schon nach kurzer Zeit in den Gehirnen der Tiere die für Alzheimer charakteristischen Protein-Plaques sowie drastische Gedächtnisschwächen fest.

Die Wissenschafter hatten zunächst den Einfluss von cholesterinreicher Nahrung auf die Entstehung der typischen Proteinklumpen, der so genannten Amyloid-Plaques, untersucht. Dabei fiel ihnen auf, dass Kaninchen, die Leitungswasser tranken, stärker solche Plaques bildeten als Tiere, denen sie destilliertes Wasser gaben.

Verhaltenstest

Um der genauen Ursache dieser vermehrten Plaquebildung auf den Grund zu gehen, gaben sie dann den Kaninchen destilliertes Wasser, das mit Kupfer angereichert war. Schon nach zehn Wochen stellten die Forscher in den Gehirnen von drei Viertel der Tiere die Protein-Ablagerungen fest. Zudem zeigten diese Kaninchen in Verhaltenstest eine um 80 Prozent verringerte Erinnerungsleistung.

Bemerkenswert an dem Ergebnis ist zudem, dass die zugesetzte Kupfermenge nur einem Zehntel des US-Grenzwertes für Menschen entsprach. "Wir glauben, dass der Prozess aus zwei Schritten besteht", sagte der Forscher Larry Sparks der Zeitschrift "New Scientist". Cholesterin bewirke eine Überproduktion der Alzheimer-Proteine, und Kupfer hemme dann das Abführen von Beta-Amyloid vom Gehirn ins Blut.

Weitere Forschung gebraucht

Der Verdacht über einen Zusammenhang zwischen Kupfer und Alzheimer ist nicht neu, die bisherigen Forschungsergebnisse sind jedoch widersprüchlich. Berliner Wissenschafter hatten kürzlich in Versuchen mit Mäusen festgestellt, dass die Gabe von Kupfer die Krankheitsentwicklung hemmt. Mit Blick auf die neue US-Studie sagte Harriet Millward, stellvertretende Leiterin der britischen Alzheimer-Stiftung: "Diese Ergebnisse sind mit Sicherheit interessant, aber wir brauchen weitere Forschung." (APA/AP)

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