Geförderte Entzündungsreaktion

27. August 2003, 12:42
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Genesung von minderdurchbluteten Organen dadurch verbessert

Berlin - Bei der Behandlung von Patienten nach Operationen, Thrombosen oder Embolien ist offenbar ein Umdenken erforderlich: Die Genesung von minderdurchbluteten Organen wird nicht wie bisher angenommen durch die Gabe von Entzündungshemmern unterstützt, sondern im Gegenteil durch Fördern der Entzündungsreaktion.

Chirurgen der Berliner Charite untersuchten an Ratten, wie sich entzündungshemmende und fördernde Substanzen auf die Erholung von Organen auswirken, die vorübergehend von der Durchblutung abgeschnitten waren. Verabreichten die Mediziner Entzündungshemmer, so verschlechterte sich der Zustand der betroffenen Organe. Entzündungsfördernde Mittel unterstützten dagegen die Genesung der Organe.

Angeregt

Diese Mittel regen offenbar die Bildung körpereigener Schutzproteine und genregulierender Substanzen an. Diese Erkenntnis ist auch für Organtransplantationen von Bedeutung. So können entzündungsfördernde Mittel die durch Mangeldurchblutung verursachten Schäden an dem eingesetzten Körperteil und benachbarten Organen verringern.

Der Körper reagiert etwa auf Operationen mit der Ausschüttung entzündungsfördernder Botenstoffe, so genannter Zytokine. Entgegen dieser natürlichen Reaktion galt die Unterdrückung von Entzündungsreaktionen lange Zeit als bestes Mittel, Organschäden vorzubeugen oder zu beheben. (APA/AP)

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