Die Pleitewelle in Deutschland rollt weiter

27. August 2003, 11:14
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Zahl der Insolvenzen stieg im Mai um horrende 21 Prozent

Wiesbaden - Die Pleitewelle rollt weiter: Die Zahl der Insolvenzen lag im Mai um 21,1 Prozent höher als vor einem Jahr. Insgesamt meldeten sich 3.363 Unternehmen und 4.912 andere Schuldner bei einem deutschen Amtsgericht insolvent, wie das Statistische Bundesamt am Freitag mitteilte. Insbesondere nahmen im Mai die Verbraucherinsolvenzen (plus 67,7 Prozent) und die Insolvenzen von früher Selbstständigen (plus 46,5 Prozent) kräftig zu.

Von Jänner bis Mai wurden mit insgesamt 41.412 gut 25 Prozent mehr Insolvenzen gezählt als im Vorjahreszeitraum. Die Gesamthöhe der offenen Forderungen wurde von den Gerichten in den ersten fünf Monaten 2003 auf 19,1 Mrd. Euro beziffert. Das waren rund zehn Prozent mehr als im Vorjahr.

Bei den Verbraucherinsolvenzen wirkt sich offenbar das neue Insolvenzrecht aus: Seit 1. Dezember 2001 können Privatpersonen und Kleinunternehmer, auch wenn sie über keinerlei finanzielle Mittel verfügen, ein Insolvenzverfahren beantragen. Sie haben dabei die Möglichkeit, sich die Verfahrenskosten stunden zu lassen. Ein Insolvenzverfahren ist die Voraussetzung, um nach einer sechsjährigen "Wohlverhaltensphase" von den restlichen Schulden befreit zu werden. (APA)

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