"Katzenwahnsinn" sucht Schweiz heim

26. August 2003, 22:34
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Zweiter Fall entdeckt - Wissenschafter vermuten, dass Erreger mit BSE identisch ist

Bern/Schwyz - In der Schweiz ist ein zweiter Fall von "Katzenwahnsinn" aufgetreten. Bei einer fünfjährigen Katze aus dem Kanton Schwyz wurde die so genannte Feline Spongiforme Enzephalopathie (FSE) diagnostiziert, wie das Berner Bundesamtes für Veterinärwesen (BVET) am Freitag bekannt gab. Für Menschen bestehe keine Gefahr.

Zentralnervöse Störungen

Bei der 1998 geborenen Katze seien zentralnervöse Störungen festgestellt worden, so die Behörde. Das Gehirn der Katze wurde am Referenzzentrum für Spongiforme Enzephalopathien der Tiere der Universität Bern untersucht; dabei wurde die Diagnose FSE gestellt. Die Behörden vermuten, dass die Ansteckung auf infektiöses Futter zurückzuführen ist. Bei Abklärungen zu den Ernährungsgewohnheiten der Katze habe aber keine konkrete Infektionsquelle identifiziert werden können. Die Katze habe verschiedene Ernährungsquellen gehabt.

Nach bisherigen Kenntnissen ist der Erreger der FSE mit jenem des Rinderwahnsinns BSE identisch. Deshalb geht man davon aus, dass die von FSE betroffenen Katzen infektiöses Futter wie beispielsweise Rinderhirn oder Rinderrückenmark gefressen haben.

Erster Fall 2001 in der Schweiz aufgetreten

FSE wurde in einigen Ländern, aber vor allem in Großbritannien beobachtet. In den vergangenen 15 Jahren sind etwa 90 Fälle bei Hauskatzen aufgetreten. Fälle von FSE sind auch bei exotischen Wildkatzen wie Puma, Ozelot, Gepard, Löwe und Tiger in Zoologischen Gärten bekannt.

Der erste Fall von FSE wurde 2001 in der Schweiz festgestellt. Bei der erkrankten Katze handelte es sich damals um eine exklusive Zuchtkatze im Waadtland. Die Supermarkt-Ketten Migros und Coop sowie der Verband für Heimtiernahrung hatten sich überrascht gezeigt, weil sie seit 1990 bei der Herstellung von Tierfutter freiwillig auf Risikomaterial verzichtet hatten. (APA/AP)

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