"Keine Gefahr durch Gentechnik"

27. August 2003, 11:59
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... sieht Nobelpreisträger Timothy Hunt

Alpbach - Der britische Molekularbiologe und Medizin-Nobelpreisträger, Timothy Hunt, sieht keine Gefahren im Einsatz von Gentechnik. Die Menschen hätten das Gefühl, dass durch Gentechnik die Natur verunreinigt werde. Tatsächlich enthalte jeder Bissen Essen veränderte DNA. Es sei kein Unterschied, ob der Mensch DNA von einer Pflanze zu einer anderen transferiere oder ob dies ein Insekt tue, sagte der Experte am Donnerstag am Rande der Technologiegespräche des Europäischen Forum Alpbach am Donnerstag im Gespräch mit der Kongresszeitschrift "Alpbach News".

Die Ursache für die Skepsis der Bevölkerung sieht Hunt in einem "philosophischen Problem": Die Menschheit würde sich selbst aus der Natur ausschließen.

"Arroganz"

Für Hunt ist diese Haltung nicht nachvollziehbar. Seine Sorge sei, dass die Menschheit zu "arrogant" geworden sei. "Wenn gentechnisch veränderte Organismen (GVO) in den Entwicklungsländern besser wachsen können, sollten wir der Bevölkerung dort diese Vorteile nicht vorenthalten, nur weil wir mit der Genforschung nicht einverstanden sind", meint der Molekularbiologe.

US-Präsident George Bush hatte Mitte Juni bei der Biotechnologie-Messe in Washington mit einer ähnlichen Argumentation aufgewartet. Bush warf den Europäern "unwissenschaftliches" und "unmoralisches" Verhalten vor, da ihre restriktive Haltung gegenüber Gentechnik die Bekämpfung des Hungers in Afrika gefährde. Für Zorn der Amerikaner sorgt vor allem eine generelle Kennzeichnungspflicht für Nahrungs- und Futtermittel mit gentechnisch veränderten Bestandteilen.

In Österreich wird über gentechnikfreie Zonen für die Landwirtschaft diskutiert. Die EU-Kommission hat sich dazu noch nicht eindeutig festgelegt. (APA)

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