Tschetschenien: Neun russische Soldaten getötet

24. August 2003, 16:34
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Geiselnahme in Krankenhaus in Inguschetien - Zwölf internationale Organisationen zu Wahlbeobachtung geladen

Moskau/Grosny - Bei einem Sprengstoffanschlag auf einen russischen Militärkonvoi in Tschetschenien sind neun Soldaten getötet worden. Zwei Männer seien bei der Bombenexplosion in der Nähe der Hauptstadt Grosny verletzt worden, teilte das Oberkommando der russischen Truppen im Nordkaukasus am Freitag mit. Der Anschlag sei am Donnerstag verübt worden. Zwei unbekannte Täter in Tarnanzügen hätten in der Ortschaft Petropawlowski eine in einem Kleinwagen versteckte Bombe gezündet, als die Armeefahrzeuge vorbeifuhren.

Entgegen der offiziellen Moskauer Sicht, Tschetschenien sei befriedet, wird die Republik seit Wochen von schweren Kämpfen zwischen der russischen Armee und den Rebellen erschüttert. Der Kreml hat für den 5. Oktober Präsidentenwahlen in Tschetschenien angesetzt.

Die Wahlkommission der Republik Tschetschenien lud am heutigen Freitag Vertreter der Föderalen Wahlkommission der USA ein, den Ablauf der Präsidentschaftswahlen in Tschetschenien zu beobachtenm, berichtete die russische Nachrichtenagentur ITAR-TASS unter Berufung auf den Vizevorsitzende der tschetschenischen Wahlkommission. Die Präsidentschaftswahlen würden von Vertretern von insgesamt zwölf internationalen Organisationen, unter anderem der GUS, der OSZE, der Parlamentarischen Versammlung des Europarates und der Arabischen Liga kontrolliert werden.

Überfall

In der benachbarten Teilrepublik Inguschetien überfielen am Freitag zwei Dutzend bewaffnete Männer ein Krankenhaus und entführten fünf Menschen. Augenzeugen in dem Ort Slepzowskaja berichteten, die Entführer seien in Autos mit tschetschenischen Nummernschildern davongefahren. Nähere Angaben zur Identität der Entführer und ihrer Geiseln gab es zunächst nicht.

Im Nordkaukasus gibt es täglich Berichte über Entführungen. Allein in Tschetschenien wurden in der ersten Jahreshälfte nach Angaben der Regierung 267 Menschen entführt. Motive sind häufig Konflikte krimineller Gruppen, Lösegeldforderungen oder Streitigkeiten zwischen Großfamilien. (APA/dpa/ITAR-TASS)

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