Rätsel um männliche Bienen gelöst

24. August 2003, 16:30
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Cambridge - Männliche Bienen haben keinen Vater. Warum es sie dennoch gibt, hat jetzt ein Team aus deutschen, amerikanischen und norwegischen Forschern herausgefunden. Sie entdeckten das genetische Signal für die Entwicklung zur männlichen oder weiblichen Biene und lösten damit ein 150 Jahre altes Rätsel der Biologie. Das Forscherteam, darunter auch Martin Beye und Martin Hasselmann von der Universität Halle, stellt seine Arbeit im US-Journal "Cell" vom Freitag vor.

Weibliche Bienen haben demnach zwei verschiedene Versionen des Gens csd, eine von jedem Elternteil. Nach Ansicht der Forscher schalten die beiden csd-Versionen gemeinsam die Entwicklung zum Weibchen an. Männliche Bienen entstehen dagegen aus unbefruchteten Eiern und haben demnach nur das Erbgut der Mutter und daher nur ein csd-Gen. Dieses allein kann die Entwicklung zum Weibchen nicht anschalten, und aus dem Ei wird dann ein Männchen.

Die csd-Gene seien damit eine wichtige Voraussetzung, um komplexe Staaten wie die der Ameisen, Bienen oder Wespen zu formen. Der polnische Priester Johann Dzierzon hatte bereits 1845 vermutet, dass sich aus unbefruchteten Bienen-Eiern Männchen entwickeln. (APA/dpa)

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