Schweizer Internet-Computerprogramm gibt "Wahlhilfe"

28. August 2003, 10:29
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Anhand eines Fragenkatalogs erstellt Website Empfehlungsliste der Kandidaten - "Versachlichung der Politik"

Eine Schweizer Internet-Plattform verspricht "Wahlhilfe" für den unentschiedenen Schweizerbürger mittels eines Computerprogramms. Die zusammengelegten Websites www.smartvote.ch und www.kandidaten.ch erstellen ein politisches Profil von denjenigen Kandidierenden, die einen Fragebogen ausgefüllt haben. Die Internetnutzer beantworten dann dieselben Fragen zu Politik, Wirtschaft und Gesellschaft wie vor ihnen die Politiker. Der Computer berechnet anschließend, mit wem die Wählerinnen und Wähler die meisten übereinstimmenden Antworten teilen und erstellt eine Wahlempfehlungsliste.

"Versachlichung der Politik"

Laut dem Politikwissenschaftler Bruno Jeitziner von der Universität Freiburg hilft diese Wahlhilfe der "Versachlichung der Politik". Das so genannte "Smartvote" schaffe Transparenz und sei ein wirksames Instrument zur Verbesserung der Qualität des demokratischen Entscheidungsprozesses.

Die Internet-Plattformen www.smartvote.ch und www.kandidaten.ch präsentieren auch Profile der National- und Ständeratskandidaten. Dafür haben sich bisher 1052 Kandidierende registriert und täglich sollen es 50 mehr sein. Ab September sollen Porträts von allen rund 3000 Kandidierenden im Internet stehen. Auf den Internetseiten sollen von allen Kandidierenden Kurzbiographien über Persönliches, die Ausbildung und den beruflichen Werdegang sowie das politische Engagement präsentiert werden, wie die Initianden am Donnerstag vor den Medien in Bern sagten.

Virtuelle Wahl

Neben der Wahlhilfe gibt es auf der Website ab Mitte September auch eine virtuelle Wahl. Nachdem die Internetnutzer ihre persönliche Liste zusammengestellt haben, können sie diese in eine virtuelle Urne werfen. Laut Reto Baumgartner von der Internetagentur MySign sind die Ergebnisse aber "nicht repräsentativ".

Die beiden Internet-Plattformen www.smartvote.ch und www.kandidaten.ch hatten im April beschlossen sich zusammenzuschließen. Mit der Fusion wollten sie verhindern, dass zu viele Websites den Leuten die Lust am virtuellen Wahlkampf nehmen. Hinter den beiden Plattformen stehen Wissenschaftler mehrerer Schweizer Universitäten und die Internetagentur MySign aus Aarau. Sie arbeiten mit Schweizer Medien zusammen. Alle große Schweizer Parteien unterstützen laut den Initianden ihr Projekt und empfehlen ihren Kandidaten, sich zu registrieren.(APA/sda)

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