"Nachprüfung ist teuer und sinnlos"

27. August 2003, 08:43
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AK Wien fordert Kurssystem statt Nachzipf: Im schlechtesten Fall müssten die Schüler einzelne Kurse statt einem ganzen Jahr wiederholen

Wien - Um die hohen Kosten für Nachhilfe und gleichzeitig die Zahl der Schulabbrecher zu senken, fordert die Arbeiterkammer (AK) Wien für die Oberstufe ein Kurssystem. In einem solchen Kurssystem, wie es etwa in Schweden, Finnland oder Großbritannien praktiziert werde, müssten Schüler im schlechtesten Fall einzelne Kurse aber nicht ein ganzes Schuljahr wiederholen, so die AK-Experten.

46.000 Schüler haben das vergangene Schuljahr nicht positiv abgeschlossen. Jährlich würde rund ein Viertel dieser Schüler abbrechen, ein Drittel aller Oberstufenschüler brauche Nachhilfe. Österreichweit müssten Eltern über 57 Millionen Euro dafür aufwenden. Die Kosten, die durch Klassenwiederholungen pro Jahr entstehen, belaufen sich laut AK auf 300 Millionen Euro.

Im finnischen Kurssystem etwa müsse sich jeder Schüler einen individuellen Arbeitsplan erarbeiten, bei dem verschiedene Kurse besucht werden. Wird einer dieser Kurse nicht bestanden oder soll die Beurteilung verbessert werden, so kann der Schüler zu einer Prüfung antreten. Im schlechtesten Fall muss der Kurs wiederholt werden, nicht aber das ganze Schuljahr. Ähnliche Kurssysteme gibt es laut AK auch in Schweden und Großbritannien. Das in Österreich mit dem Schuljahr 1996/97 eingeführte Frühwarnsystem habe nur kurzfristig für einen Rückgang der hohen Repetentenquote gesorgt. In den vergangenen Jahren sei die Quote der Wiederholungen neuerlich im Steigen.(APA)

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