Nach Zungentransplantation

25. August 2003, 19:03
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Der Operierte konnte aus dem Wiener AKH entlassen werden - keine Komplikationen bis auf eine leichte Lungenentzündung

Wien - Jener 42-jährige Patient, der im Juli als erster Mensch der Welt am Wiener AKH eine Zunge transplantiert erhielt, konnte jetzt aus dem Spital entlassen werden. Das erfolgte am Mittwoch, am 32. Tag nach der Operation, teilte das Wiener AKH am Donnerstag mit. Dem Operierten gehe es gut, bis auf eine leichte Lungenentzündung, die sich nach Anwendung von Antibiotika sofort gebessert hätte, wären keine Komplikationen aufgetreten.

Das AKH weiter: "Bisher gab es erfreulicherweise keinerlei Anzeichen einer Organabstoßung. Der Patient verträgt seine immunsuppressive Therapie sehr gut. Alle seine Blutwerte befinden sich im Normbereich. Die transplantierte Zunge selbst ist ausgezeichnet eingeheilt, nach wie vor gut durchblutet, und nicht geschwollen. (...) Der Patient befindet sich zur Zeit in Sprachtherapie um mit seiner Sprechkanüle, im Tracheostoma, verständlich zu sprechen. Obwohl die Zunge noch unbeweglich ist, kann der Patient schon ein wenig seinen eigenen Speichel schlucken." Weiterhin werde der 42-jährige auch über eine Elektrostimulationstherapie der Muskeln der Zunge versorgt.

Der Eingriff war am 19. Juli des Jahres vorgenommen worden. Der Patient hatte an einem bösartigen Tumor gelitten, der große Teile des Mundraumes ergriffen hatte. (APA)

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