JoWooD spielt schwarze Zahlen ein

28. August 2003, 19:02
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Konzernergebnis im ersten Halbjahr mit 145.000 Euro über Plan - Pistauer: "Die stärksten Quartale kommen erst"

Wien - Der an der Wiener Börse notierte steirische Computerspieleproduzent JoWooD Productions Software AG, der Ende 2002 knapp an einer Insolvenz vorbeigeschrammt war, erzielte im ersten Halbjahr 2003 bei Umsätzen von 12,3 Mio. Euro ein Konzernergebnis nach Minderheiten von 145.000 Euro. Im Vorjahr waren im ersten Halbjahr noch 28,7 Mio. Euro umgesetzt, aber nur 50.000 Euro Gewinn erzielt worden. Im zweiten Quartal 2003, dem branchentypisch zweitschwächsten Geschäftsquartal des Jahres, sei mit 110.000 Euro zum dritten Mal in Folge ein positives Ergebnis erzielt worden, so JoWooD am Donnerstag in einer Ad-hoc-Mitteilung.

JoWooD-Vorstand Michael Pistauer zeigte sich mit den bisher erzielten und über dem Plan liegenden Ergebnissen "durchaus zufrieden". Erst vier von 14 der für 2003 vorgesehenen Titel seien veröffentlicht worden. Mit dem bevorstehenden Weihnachtsgeschäft würden die beiden stärksten Quartale erst kommen. Auch sei noch ein gewaltiger Restrukturierungsaufwand angefallen. Die Bilanzierung erfolge zugleich "sehr vorsichtig". Für das Gesamtjahr erwarte er sich beim Konzernergebnis "einen höheren Millionen-Betrag", so Pistauer.

Umsatzplan gesichert

Der Umsatzplan für 2003 sei durch den Abschluss von Mindest-Garantieverträgen in allen für JoWooD wesentlichen Vertriebsregionen grundsätzlich gesichert, erklärte das Unternehmen weiter. Die Release Pipeline sowie das positive Echo auf die zu erscheinenden Titel würden JoWooD veranlassen, am positiven Ausblick für das Geschäftsjahr 2003 festzuhalten.

Das Halbjahresergebnis ist durch einmalige Restrukturierungskosten in Höhe von 2,15 Mio. Euro belastet, die im Wesentlichen durch die Liquiditätsengpässe auf Grund der nicht freiwilligen Sondertilgung von 4,3 Mio. Euro im ersten Quartal verursacht wurden. Die Restrukturierungsaufwändungen würden primär die Beendigung der Distributionstätigkeiten der deutschen Vertriebstochter Leisuresoft sowie die Vorbereitungen für die Abgabe der Dynamic Systems Gruppe betreffen, heißt es in der Mitteilung weiter.

Kapitalerhöhung

Das Ziel der abgeschlossenen jüngsten Kapitalerhöhung, die Ermöglichung der Sondertilgung von Verbindlichkeiten im Ausmaß von 3,5 Mio. Euro sowie der daraus resultierende Forderungsverzicht der Banken in Höhe von 6,5 Mio. Euro, sei klar übertroffen worden. Neben einer nachhaltigen Verbesserung des Eigenkapitals um rund 12,7 Mio. Euro sollen nach der Umschuldung auch die Kreditverbindlichkeiten 10 Mio. Euro reduziert werden.

Die Bilanzsumme sank abermals um rund 7,7 Mio. Euro. Das Eigenkapital vor Minderheiten stieg dadurch auf 39 Prozent der Bilanzsumme. JoWooD hat in der Berichtsperiode einen positiven operativen Cash-Flow von 2,6 Mio. Euro erwirtschaftet und per Ende Juni 125 Mitarbeiter beschäftigt.(APA)

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