Wetterumschwung: Brände in Nordamerika eingedämmt

27. August 2003, 12:31
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Doch Warnung vor verfrühtem Optimismus

Vancouver/Washington - Im Kampf gegen die verheerenden Waldbrände in Kanada und den USA ist der Feuerwehr ein Wetterumschwung mit Regen zur Hilfe gekommen. Derweil sind acht junge Feuerwehrleute im US-Bundesstaat Oregan bei einem Verkehrsunfall auf dem Rückweg von der Bekämpfung der Brände im Westen Kanadas und dem Nordwesten der USA ums Leben gekommen. Medienberichten zufolge stieß ihr Kleintransporter mit einem Traktoranhänger zusammen und ging in Flammen auf. Alle Feuerwehrleute seien jünger als 23 Jahre gewesen, hieß es am Montag.

Der Wetterumschwung erlaubte gut 2.000 Einwohnern des Ferienortes Kelowna in der Provinz British Columbia, in der Nacht auf Montag in ihre Häuser zurückzukehren. Nach offiziellen Angaben waren dort am Wochenende fast 30.000 Menschen in Sicherheit gebracht worden. Weitere 17.000 warteten auf Abruf, während Windböen von 45 und mehr Stundenkilometern das Feuer mit rasender Geschwindigkeit in ihre Nähe getrieben hatte. 244 Häuser im Süden der Stadt fielen dem Flammeninferno zum Opfer.

Temperaturen sanken, Wind ebbte ab

Am Sonntagabend (Ortszeit) sanken die Temperaturen dann auf wenige Grad über Null, und der Wind ebbte ab. Doch Kevin Matuga, Sprecher von British Columbias Forstbehörde, warnte vor verfrühtem Optimismus. "Wir sind noch lange nicht durch. Solange wir nicht endlich von größeren Regenfällen erlöst werden, bleibt die Gefahr, dass das Feuer erneut extreme Formen annimmt", sagte er der Zeitung "Vancouver Sun".

Die schweren Brände belasten in diesem Sommers jedoch nicht nur die Bewohner von Rocky-Mountains-Idyllen wie Kelowna, sondern auch den Haushalt ihrer Provinz erheblich. Die mehr als 900 großen Feuer der vergangenen Wochen haben British Columbia 106 Millionen kanadische Dollar (69,4 Mill. Euro) oder vier Millionen pro Tag gekostet.

Derweil löschte der Regen im Nordwesten der USA mehrere der etwa drei Dutzend schweren Brände. In Oregon war am Wochenende der Notstand ausgerufen und die Nationalgarde zur Hilfe gerufen worden, um der völlig überlasteten Feuerwehr beim Löschen zu helfen. Doch der Regen und die sinkenden Temperaturen erlaubten schließlich, den Osteingang des Yellowstone Nationalparks im US-Staat Wyoming erstmals seit einer Woche zumindest vorübergehend wieder zu öffnen. (APA/dpa)

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    Feuerwehrmann bei den Versuchen in Montana die Waldbrände einzudämmen.

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