Schwarzes Rennen um die Hofburg

22. August 2003, 14:44
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ÖVP entscheidet im Jänner 2004 über Kandidaten für die Wahl des Bundespräsidenten - Mit Kolumne

Wien - Für ÖVP-Generalsekretär Reinhold Lopatka ist die Entscheidung über den Präsidentschaftskandidaten der Volkspartei noch nicht gefallen. "Die ÖVP wird im Jänner in einer Sitzung des Bundesparteivorstandes entscheiden, wer dann tatsächlich in die Wahl geht", betont Lopatka gegenüber der APA. Wer kandidieren wolle, müsse sich dem Parteivorstand stellen: "Da wird niemand jemanden hindern." Gewählt wird im April 2004.

Niederösterreichs Landeshauptmann Erwin Pröll (V) hatte zuletzt durch mehrere Interviews Spekulationen genährt, er wolle ins Rennen um den Bundespräsidenten einsteigen. In "News" meinte er zuletzt, seine persönliche Entscheidung darüber werde im Herbst fallen. Ob Pröll denn nicht der logische VP-Kandidat sei? Lopatka: Die Frage stelle sich derzeit noch nicht. Pröll habe nie dezidiert gesagt, dass er kandidieren wolle.

Petrovic: "Pröll wäre tauglicher und geeigneter Kandidat"

Für Madeleine Petrovic, Grüne Klubobfrau im NÖ Landtag, ist es "keine Frage, dass Erwin Pröll ein tauglicher und geeigneter Kandidat" für das Amt des Bundespräsidenten wäre. Die Frage der Kandidatur sei seine persönliche Entscheidung, die sich der "überaus aktiv im tagespolitischen Geschehen" stehende Landeshauptmann gut überlegen müsse.

Einer Kandidatur aus den Reihen der Grünen bringt die stellvertretende Bundesobfrau "mehr Skepsis" als Zustimmung entgegen. Wenn, dann müsste dies eine Persönlichkeit vom Kaliber eines Robert Jungk sein (der Zukunftsforscher, 1913-1994, war 1992 Grünen-Präsidentschaftskandidat), dessen Antreten eine Ehre für die Grünen wäre. Sie selbst habe keinerlei derartigen Ambitionen, so Petrovic.

Pröll will bis Jahresende entscheiden

Pröll selbst will sich erst bis Jahresende entscheiden, ob er ins Rennen um das Amt des Bundespräsidenten gehen will. Klar ist für ihn aber schon jetzt, dass er als Kandidat das Amt des Landeshauptmannes und seine ÖVP-Mitgliedschaft zurücklegen würde. Pröll in der am Freitag erscheinenden Ausgabe des Nachrichtenmagazins "Format": "Die Frage stellt sich aktuell nicht, aber wer auch immer Kandidat sein sollte, muss seine aktuelle Funktion sofort zurücklegen, um auch tatsächlich zu signalisieren, dass er unabhängig sein will."(APA)

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    Kann Erwin Pröll in Thomas Klestils Fußstapfen treten?

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