Libyen-Abstimmung der UN wird verschoben

22. August 2003, 13:06
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Paris und London einig über Verschiebung - Hintergrund ist das Drängen Frankreichs auf höhere Entschädigungszahlungen für Anschlag von 1989

Paris - Paris und London haben sich darauf geeinigt, die Abstimmung im UN-Sicherheitsrat zur Aufhebung der Sanktionen gegen Libyen auf einen unbestimmten Zeitpunkt zu verschieben. Dies teilte ein Sprecher des französischen Außenministeriums am Donnerstag in Paris mit. Hintergrund ist das Drängen Frankreichs auf höhere Entschädigungszahlungen Libyens für die 170 Opfer eines Anschlags auf den Flug UTA 772 von Brazzaville nach Paris vor vierzehn Jahren. Der Einigung seien Gespräche des französischen Außenministers Dominique de Villepin mit seinen Amtskollegen aus Großbritannien, Jack Straw, und den USA, Colin Powell, vorausgegangen.

Nachdem Libyen kürzlich formell die Verantwortung für den Lockerbie-Anschlag vom Dezember 1988 übernommen hatte, legte Großbritannien dem Weltsicherheitsrat in New York am vergangenen Montag einen Resolutionsentwurf zur Aufhebung der 1992 verhängten UN-Sanktionen gegen Libyen vor. Frankreich drohte damit, im Sicherheitsrat sein Veto einzulegen, wenn die Zahlungen an die Angehörigen der Opfer zuvor nicht deutlich erhöht würden.

Für den Lockerbie-Anschlag hatte Libyen Entschädigungszahlungen von insgesamt 2,7 Milliarden US-Dollar (rund 2,4 Milliarden Euro) versprochen. Bei der Explosion einer Maschine der US-Fluggesellschaft PanAm über Schottland waren 270 Menschen ums Leben gekommen.

Im Fall des Anschlages auf den UTA-Flug hat sich Libyen bisher zur Zahlung von insgesamt etwa 33 Millionen Dollar an die Familien der Opfer verpflichtet, was durchschnittlich höchstens 195.000 Dollar pro Opfer entspricht. (APA/dpa)

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