Spionschlange erlernt optimale Bewegung selbst

29. August 2003, 17:52
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"Snakebot" soll von Hubschraubern abgeworfen werden und dann durch feindliches Gebiet kriechen

London - Britische Wissenschafter haben einen schlangenartigen Spionage-Roboter entwickelt, der sich einer lernfähigen Software bedient. Der "Snakebot" (aus "snake" und "robot") soll von Hubschraubern abgeworfen werden und dann durch feindliches Gebiet kriechen, um optische und akustische Aufnahmen von den Aktivitäten des Gegners zu machen, wie das britische Fachblatt "New Scientist" berichtet.

Da er sich an den Boden schmiegt und schlängelt, wäre der Schlangenroboter wesentlich beweglicher und weniger leicht zu entdecken als bisherige Aufklärungsroboter, die größer sind und sich weniger geschickt auf Rädern oder Schienen fortbewegen. Er besteht aus wirbelähnlichen Elementen, die durch "Muskeln" aus einer Nickel-Titan-Verbindung bewegt werden. Diese "Muskeln" ziehen sich durch Stromimpulse zusammen und strecken sich wieder, sobald der Strom ausgeschaltet wird. Durch Ein- und Ausschalten des Stroms wird die Spionageschlange so zum kriechen gebracht.

Optimale Fortbewegung selbst erlernt

Das innovativste Element des Roboters ist laut "New Scientist" sein elektronisches Gehirn. Die Software funktioniert gemäß Darwins Evolutionslehre vom Überleben des Stärksten. Das algorithmische Programm startet mit 20 "digitalen Chromosomen", die jeweils einen der Schlangen-"Muskeln" bewegen oder deaktivieren. Das Programm testet die Chromosomen aus und sichert nur die am besten funktionierenden. Die übrigen werden nach dem Zufallsprinzip gemischt oder mutieren wie Gene in der Natur, und so geht die Auslese immer weiter. Nach einigen Generationen hat die Steuerung der Schlange dann die für sie bestmögliche Fortbewegungsart entwickelt.

Nach Angaben ihrer Entwickler vom University College London kann sich das Gerät durch das Programm sogar selbst reparieren. Wenn einige Gelenke der Schlange abgeschaltet werden, probiert das Elektronengehirn so lange andere Segmente, bis der Roboter sich wieder bewegen kann. Bisher existiert allerdings lediglich ein Prototyp des "Snakebots". (APA)

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