Studium der Pferde lahmt

25. August 2003, 19:25
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Interessenten müssen eine weitere Warterunde einlegen + Kommentar

Wien - Die Verwirrung für rund 300 Studenten hält an: sie haben für das individuelle Diplomstudium "Pferdewissenschaften" angesucht, manche von ihnen erhielten bereits Absagen (DER STANDARD berichtete). Doch die Zulassung zu beschränken ist rechtlich nicht erlaubt, sagt die Vorsitzende der Studienkommission, Christine Iben. Die Entscheidung über die von der Hochschülerschaft eingebrachte Aufsichtsbeschwerde lässt auf sich warten.

Damit "hängen die Studierenden in der Luft", meint Bernhard Kernegger von der Fachschaftsliste FLÖ im STANDARD-Gespräch und fordert eine schnelle Entscheidung. Vizerektor Erich Möstl von der Veterinärmedizinischen Uni meint, bei den Ansuchen sei individuell zu prüfen, "ob die Voraussetzungen und die gewählten Fächer passen, ob die Uni überhaupt glaubt, dass daraus etwas Sinnvolles werden kann".

Die Bewerberliste reicht von Jusstudenten bis zu Leuten mit "reiterlichen Erfahrungen". "Das muss man natürlich auch anders beurteilen", so Möstl zum STANDARD.

Genau da hakt die Kritik der Studenten ein: "Die Prüfung unterschiedlicher Voraussetzungen ist völlig illegal", sagt Kernegger. Im Übrigen beziehen sich die Bewerber auf das Studienprogramm auf der Homepage, es seien identische Anträge. "An der Veterinärmedizin ist man offenbar weit davon entfernt, freiwillig die Rechtslage anzuerkennen", ärgert sich FLÖ-Bundessprecher Andreas Zahalka.

Verärgert ist auch Studiendekan Maximilian Schuh, der auf die Problematik schon Monate davor hingewiesen habe. "Aufgrund der Propaganda hat man nun zu viele Anmeldungen und in Interviews wird abgelehnt oder zugelassen. Man hat sich 30 bis 40 Studenten vorgestellt." Zu verantworten habe das nun natürlich der Rektor. (Eva Bachinger/DER STANDARD, Print-Ausgabe, 21. 8. 2003)

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