"Vom UMTS-Hype ist nichts mehr da"

28. August 2003, 19:02
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Tele.ring bleibt bei "Minimalszenarien"

Wien - "Vom UMTS-Hype ist nichts mehr da" - für die dritte Mobilfunktechnologie UMTS sieht Hubertus Hofkirchner, Chef des kleinsten heimischen Mobilfunkbetreibers Tele.ring derzeit keinen Markt. Der kommerzielle UMTS-Start von Mobilkom und Hutchison ("3") sei verfrüht gewesen, zumal es noch keine vernünftigen Endgeräte und Dienste sowie keine ausgereiften Applikationen gebe. Tele.ring werde UMTS laut Lizenzvorschrift (25-prozentige Netzabdeckung bis Ende 2003) gegen Jahresende einführen, ein "Updaten der Minimalszenarien" werde aber bis 2004/05 "mehr als ausreichend" sein, erwartet Hofkirchner.

Tele.ring hat im ersten Halbjahr 2003 ein positives Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen (Ebitda) erzielt. Das Ebitda drehte auf plus 6,3 Mio. Euro von minus 5,5 Mio. Euro, der Umsatz erhöhte sich um 44 Prozent auf 141,6 Mio. Euro, so Hofkirchner am Mittwoch bei einem Pressegespräch. Für das Gesamtjahr 2003 erwartet Tele.ring ein "deutlich positives, zweistelliges Ebitda" und eine weitere Umsatzsteigerung.

Die Zahl der Tele.ring-Kunden stieg in den ersten sechs Monaten 2003 um 34 Prozent auf insgesamt 603.000, davon 440.000 Mobilfunkkunden (plus 59 Prozent) und 163.000 Festnetzkunden. Der Vertragskundenanteil im Mobilfunk verdoppelte sich auf mehr als 71 Prozent. Der durchschnittliche Umsatz pro Handykunde erhöhte sich um 22,7 Prozent auf 41,95 Euro im Monat. Der Umsatz pro Mitarbeiter erhöhte sich um 52 Prozent auf 564.000 Euro.

MMS-Offensive

Eine "Beschleunigung des Weihnachtsgeschäfts" erwartet Hofkirchner heuer durch die Foto-Text-Nachrichten MMS (Multi Media Messaging). 700 bis 800 MMS werden derzeit täglich im Tele.ring-Netz verschickt. Man setze in den kommenden Monaten auf "MMS-Handys mit integrierter Kamera", so Hofkirchner.

Im Zuge der für das erste Quartal 2004 erwarteten Einführung der mobilen Rufnummernportabilität ortet Tele.ring in Österreich rund 300.000 bis 400.000 wechselwillige Kunden.

Tele.ring wolle sich künftig auf das "profitable Vertragskundengeschäft" konzentrieren, so Hofkirchner weiter. Eine Klage gegen die Republik Österreich aufgrund des neuen Telekomgesetzes, das Handynetzbetreiber von der Lizenzpflicht befreit und damit so genannte virtuelle Mobilfunkbetreiber (MVNOs) erlaubt, werde derzeit noch geprüft. (APA, Der Standard, Printausgabe, 21.08.2003)

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