Red Bull wirbelt die Politik durcheinander

29. August 2003, 11:02
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Dietrich Mateschitz soll für sein nächstes Großprojekt am ehemaligen A1-Ring 30 Millionen Euro Förderung kassieren

Spielberg/Wien - Die 30-Millionen-Spritze für das Auto-Event-Projekt von Red-Bull-Chef Dietrich Mateschitz in Spielberg wirbelt im Bundesland Steiermark politisch beträchtlichen Staub auf. Teile der SPÖ wollen die Landesförderung blockieren, die ÖVP wirft den Sozialdemokraten vor, 600 Arbeitsplätze, die geschaffen werden, aufs Spiel zu setzen.

Der Wortführer der Kritiker, SPÖ-Rechnungshofsprecher Günther Kräuter, hält die Förderung schlicht für "einen Skandal". Seine Argumentation: Mit dem Eurofighter-Anbieter EADS seien auch Unternehmen involviert, die sich zu Gegengeschäften für den Eurofighter-Deal verpflichtet hätten. Kräuter zum STANDARD: "Es liegt auf der Hand, dass die Steuerzahler zweimal zur Kassa gebeten werden. Zum einen müssen sie die sündteuren Abfangjäger zahlen und auf der anderen Seite zahlen sie auch noch über die Förderungen indirekt bei den Gegengeschäften mit. So kann es wohl nicht sein, denn mit den Landesgeldern wird auch die Verpflichtung der Kompensationspartner gemildert."

Subventionen nicht vertretbar

Die Subventionen seien auch regionalpolitisch nicht vertretbar. Der Bund streiche etwa für die Modernisierung des Grazer Landeskrankenhauses 45 Millionen Euro, zum anderen würden 30 Millionen Euro für das Red-Bull-Projekt bereitgestellt.

Kräuters Parteikollegen in der Steiermark sehen es anders. Sie sind bereit, Mateschitz die Subventionsmillionen zu genehmigen, wie auch die ÖVP geschlossen hinter den Mateschitz-Plänen steht. Für Wirtschafts- und Finanzlandesrat Herbert Paierl bleibt die Subventionshöhe im Rahmen üblicher Fördergrenzen. Allerdings müsse eine Sonderfinanzierung überlegt werden.

Am ehemaligen A1-Ring in Spielberg will Mateschitz gemeinsam mit seinen Finanzpartnern wie EADS, Magna oder Audi rund 300 Millionen Euro investieren und bis Ende 2005 eine neue Rennstrecke samt Hotelanlage, Thermalbad, Restaurants und Privatgymnasium aus dem Boden stampfen. Magna könnte in Spielfeld den neuen Rennkurs auch als Teststrecke nutzen. Im benachbarten Zeltweg sollen die EADS-Eurofighter stationiert werden. Die Motorwelt Spielfeld: nach dem Hangar 7 in Salzburg das nächste Megaprojekt des Red-Bull-Chefs Mateschitz. (Walter Müller, Der Standard, Printausgabe, 21.08.2003)

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    Red Bull-Eigentümer Mateschitz

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