Ermittlungen gegen Deutsche Telekom teilweise eingestellt

27. August 2003, 10:20
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Verdacht auf Kapitalanlagebetrug und Falschbilanzierung nicht bestätigt

Die Bonner Staatsanwaltschaft hat einen Teil ihrer Ermittlungen gegen die Deutsche Telekom eingestellt. Der Sprecher der Behörde, Fred Apostel, sagte am Mittwoch, der Verdacht auf Kapitalanlagebetrug und Falschbilanzierung habe sich nicht bestätigt. Die Telekom-Angaben zum technischen Anlagevermögen in den Bilanzen seien nicht überhöht gewesen. Auch die Darstellung der Risiken beim Kauf des britischen Unternehmens One2One vor dem dritten Börsengang sei nicht zu beanstanden.

Klagen gegen Eichel erledigt

Damit hätten sich auch die Klagen von Aktionären gegen Finanzminister Hans Eichel erledigt, sagte Apostel. Die Aktienkäufer hatten dem Bund als Telekom-Mehrheitsaktionär vorgeworfen, im Jahr 2000 die wahre Lage des Unternehmens absichtlich falsch dargestellt zu haben, um möglichst viel Geld herauszuschlagen. Der dritten Börsengang brachte Eichel 15 Milliarden Euro Einnahmen. Kurze Zeit später begann der rasante Wertverlust der Aktie.

Ermittlungen werden fortgesetzt

Dagegen setzt die Staatsanwaltschaft ihre Ermittlungen wegen angeblich überhöhter Bewertung des Immobilienvermögens fort. Nachdem Urkunden und Unterlagen ausgewertet seien, würden nun noch rund 20 Zeugenaussagen geprüft, erklärte Apostel. Eine Abschlußentscheidung gebe es nicht vor Ende des Jahres. Die Staatsanwaltschaft untersucht, ob der Immobilienbesitz des Konzerns in der Eröffnungsbilanz der Aktiengesellschaft um einige Milliarden Euro zu hoch angesetzt war.(APA/AP)

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