Mord an Liechtensteiner Banker: Waffe aus Österreich

11. April 2014, 17:16
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Auch Österreicher von Drohmails betroffen - Fahndung trotz möglichem Suizid auf Hochtouren

Vaduz/Wien - Vier Tage nach dem Mord an einem Bankdirektor in Liechtenstein hat die Polizei am Freitag die Suche nach dem mutmaßlichen Schützen intensiviert. Im Visier standen Handy und Waffe des Täters. Die Pistole wurde laut einer Meldung der sda im Herbst 2012 von einem Angehörigen des Verdächtigen in Österreich besorgt. Zuvor hatte die Polizei dem Schützen vier Pistolen abgenommen.

Die Liechtensteiner Polizei erstellte unterdessen wegen der regelmäßigen Drohmails des mutmaßlichen Todesschützen Jürgen H. eine Liste von Personen, die derzeit gefährdet sein könnten. Es handelt sich um ein Dutzend Leute. Betroffen sind nicht nur Personen in Liechtenstein, sondern auch im Ausland, speziell in Österreich.

Der Ex-Fondsmanager Jürgen H. soll am vergangenen Montag in der Früh in der Tiefgarage der Bank Frick in Balzers auf den Chefbanker Jürgen Frick drei Schüsse abgefeuert haben. Zwei dieser Schüsse waren tödlich. H. machte den Banker für den Ruin seiner Investmentfirma mitverantwortlich.

Polizei ermittelt in alle Richtungen

Für die Polizei steht ein möglicher Suizid des mutmaßlichen Täters nach dem Tötungsdelikt nach wie vor im Vordergrund. Sie veröffentliche am Freitag Ausschnitte der handschriftlichen Notizen, die H. im Pass eingetragen hatte. Zur Selbstmordtheorie fehlt bisher allerdings immer noch die Leiche. Die Polizei ermittelt deshalb in alle Richtungen. H. ist weltweit zur Fahndung ausgeschrieben.

Solange unklar ist, ob sich der frühere Fondsmanager wirklich das Leben nahm, wird der verstärkte Schutz einiger öffentlicher Gebäude sowie möglicherweise bedrohter Personen aufrechterhalten. Die Polizei wird dabei durch private Sicherheitsdienste unterstützt.

Zu Wort gemeldet hat sich am Freitag die Familie des getöteten Bankers. Es ist ein wichtiges Anliegen mitzuteilen, dass sich für die Trauerfeier am Samstag auch Mitglieder der Familie H. angemeldet hätten, heißt es in dem Schreiben. Die Familie Frick teilte weiter mit, damit werde ein wichtiges Zeichen der Christlichkeit und Mitmenschlichkeit gesetzt. Der Verdächtige habe nicht nur großes Unglück über die Familie Frick gebracht, sondern auch über die eigene. (APA, 11.4.2014)

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