Auch schon wurscht

11. April 2014, 17:18
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Sie kennen Werthmann nicht? Macht nichts

Nicht immer hat man das Gefühl, der ORF würde seinen Bildungsauftrag erfüllen. Manchmal allerdings kann man dort in der Tat etwas lernen. Oft sogar als Studiogast. So etwa Angelika Werthmann am Donnerstag in der ZiB 24 bei Lisa Gadenstätter. Sie kennen Werthmann nicht? Macht nichts. Das ist die Spitzenkandidatin des BZÖ für die EU-Wahl. Derzeit.

Davor saß sie ab 2009 für die Liste von Hans-Peter Martin im EU-Parlament, dann bei der Fraktion der Liberalen, ALDE. Dann machte sie erfolglose Annäherungsversuche bei den Neos, bevor sie sich mit Ulrike Haider-Quercia aufmachte, mit dem BZÖ das EU-Parlament zu erobern. Was sie dort will? Bürgerlich-liberal sein, gab Werthmann an. Da konnte Gadenstätter aushelfen: "Das BZÖ ist rechts-liberal." Ungläubiges Lächeln bei Frau Werthmann. Das stehe auf der Homepage des BZÖ, klärt die Moderatorin umsichtig auf. "Gut", meint Werthmann, und es klingt wie "wieder was gelernt" oder "auch wurscht". Ihre Werte lasse sie sich jedenfalls nicht nehmen. Welche? Familie und Tradition. Da hatte sie vielleicht etwas mit Haider-Quercia gemeinsam. Die ist ja bekanntlich "schon weg" - was auch eine Familientradition darstellt.

Werthmann ist also der Plan B des BZÖ. Und sie glaubt, dass sie viel gemeinsam mit der Haider-Tochter hat: "Zwei Frauen, dieselben Anliegen, dieselben Vorstellungen." Auch da konnte Gadenstätter aufklären: Werthmann lehnt im "Word-Rap" nämlich einen Nato-Beitritt ab. "Ganz klare Gegenmeinung zu Frau Haider-Quercia", belehrt sie Gadenstätter. Andererseits: eh auch schon wurscht. Was Werthmann nach dem 25. Mai vorhat? Im EU-Parlament sitzen. Da sollte sie sich lieber auch einen Plan B suchen. (Colette M. Schmidt, DER STANDARD, 12./13.4.2014)

  • Angelika Werthmann in der "ZiB 24"
    foto: screenshot/orf tvthek

    Angelika Werthmann in der "ZiB 24"

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