Presserat: Begriff "Negerkinder" verstößt gegen Ehrenkodex

11. April 2014, 15:37
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Kommentar in der Zeitschrift "Meine Südsteirische" - "Diskriminierung aus ethnischen Gründen"

Wien - Mit einem in ihrer Februar-Ausgabe veröffentlichten Kommentar hat die Zeitschrift "Meine Südsteirische" gegen den Ehrenkodex der österreichischen Presse verstoßen. Konkret stößt sich der Presserat am Begriff "Negerkinder", wie am Freitag mitgeteilt wurde. Dabei handle es sich um "eine Diskriminierung aus ethnischen Gründen". Das Medium selbst verwies auf den satirischen Ansatz der Meldung.

Im Kommentar mit dem Titel "Ein Bubenstück" wurde kritisiert, dass Österreich seine Entwicklungshilfe nicht kürzt, wobei auf "übliche Bilder herziger, hungernder Negerkinder" verwiesen wurde. Der Autor hat an der Verhandlung des Presserates selbst teilgenommen und argumentiert, dass es gesetzlich nicht verboten sei, den Begriff "Neger" zu verwenden. Er stufe diesen nicht als Diskriminierung ein.

Der Presserat sieht darin aber eine "Fremdbezeichnung, die der betroffenen Bevölkerungsgruppe von außen aufgedrängt wurde", wie es in einer Aussendung heißt. Zwar mag der Begriff früher als unbedenklich gegolten haben, allerdings habe er mittlerweile einen Bedeutungswandel erfahren und werde heute als diskriminierend gewertet. "Einem Journalisten kann es zugemutet werden, dass er sich mit belasteten Begriffen (...) ernsthaft auseinandersetzt", so der Presserat in der Begründung. Zudem sei kein satirischer Zusammenhang bei der Verwendung des Wortes erkennbar. Das Verfahren wurde aufgrund einer Lesermitteilung eingeleitet. (APA, 11.4.2014)

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