Gesundheitsstudiengänge auf dem Weg zum Master

11. April 2014, 16:31
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Seit 2005 ist die Ausbildung für Gesundheitsberufe an Fachhochschulen angesiedelt. Die Studien sind beliebt - das Angebot im Masterbereich ist aber noch gering

Marianne Kriegl erinnert sich noch gut an die Skeptiker, die 2005 die Akademisierung der Gesundheitsberufe kritisierten. "Ihre größte Befürchtung, es könne zu einer Teilung der Berufsstände kommen, ist natürlich nicht eingetroffen", resümiert die Studiengangsleiterin des Bereichs Advanced Nursing Practice an der FH Krems.

Gesundheitswissenschaftliche Studiengänge zählen aktuell zu den beliebtesten Studiengängen - allerdings fast ausschließlich im Bachelorbereich. Mit diesem Abschluss erreichen Studierende die Berufsberechtigung, die meisten steigen dann gleich ins Berufsleben ein. Masterstudiengänge behandeln hingegen sehr spezielle Bereiche - von angewandter Forschung bis zu bestimmten Herausforderungen im Führungsbereich - und sind an den meisten Fachhochschulen die Ausnahme. An der FH Krems gibt es etwa nur einen Master in Musiktherapie.

Kriegl nennt mehrere Gründe, die Finanzierung sei ein wesentlicher Aspekt. Hier stimmt auch Roswitha Engel, Vizerektorin für Lehre und Studiengangsleiterin für Gesundheits- und Krankenpflege an der FH Campus Wien, zu: "Im Bereich Gesundheit ist die Ausbildungsfinanzierung Ländersache - das Ministerium ist hier nicht in die Pflicht genommen. Das ist oft ein Problem."

Nachholbedarf

In den kommenden Jahren könne dennoch mit einer Ausweitung des Ausbildungsangebots gerechnet werden: "Masterprogramme werden in den nächsten zehn Jahren verstärkt entstehen", sagt Kriegl, auch Engel spricht von hohem Bedarf - "einerseits wenn man den internationalen Kontext betrachtet, andererseits aufgrund der inhaltlichen Fortentwicklung in vielen Bereichen." Die FH Campus bietet mit sieben Masterstudiengängen das größte Angebot, in naher Zukunft sei kein neuer Studiengang geplant, sagt Engel.

Zwei neue Master

Dieses Jahr starten zwei neue Masterprogramme. Ab Herbst kann an der FH Burgenland Integriertes Versorgungsmanagement studiert werden. Hier geht es darum, Übergänge zwischen unterschiedlichen Behandlungs- und Fachbereichen herzustellen und Nahtstellen zu gestalten. Die FH wirbt mit dem Bedarf an hochqualifiziertem Personal in der benachbarten Steiermark und dem dort fehlenden Bildungsangebot für den grenznahen Standort Pinkafeld. Gerd Hartinger, Geschäftsführer der Geriatrischen Gesundheitszentren der Stadt Graz, sieht eine wichtige Ergänzung zum Bildungsangebot in Österreich: "Es fehlt an Schnittstellenmanagement sowohl innerhalb von Organisationen als auch zwischen diesen."

Ein neues Angebot gibt es auch an der FH St. Pölten. Dort wird erstmals der berufsbegleitende Master Digital Healthcare angeboten. Die Ausbildung verbindet Medien-, Informations- und Kommunikationstechnologien mit dem technisch integrierten Gesundheitswesen insbesondere in den Bewegungswissenschaften. (Lara Hagen, DER STANDARD, 12.4.2014)

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