Redtube: Pornoabmahnungen laut Gericht unrechtmäßig

14. November 2014, 10:34
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Amtsgericht Potsdam hat Versäumnisurteil gegen umstrittene Kanzlei U+C verhängt

Der Fall um die umstrittenen Pornoabmahnungen in Deutschland dürfte für die Betroffenen bald ein Ende haben. Laut dem Amtsgericht Potsdam sind die Abmahnungen gegen Tausende Nutzer nicht rechtmäßig, berichtet heise. Die für die Abmahnungen zuständige Kanzlei Urmann und Collegen (U + C) erschien nicht vor Gericht, gegen sie wurde ein Versäumnisurteil verhängt.

Tausende Nutzer abgemahnt

Der Fall war im Winter letzten Jahres ins Rollen gekommen. Damals hatte die Kanzlei Tausende Nutzer abgemahnt, weil sie angeblich illegal auf der Streaming-Seite Redtube hochgeladene Filme angesehen hätten. Recht schnell wurde in Zweifel gezogen, ob die Anwälte auf rechtmäßige Weise in Besitz der IP-Adressen der Nutzer gelangt waren. Zudem soll die Firma The Archiv, in deren Auftrag U+C handelte, gar nicht rechtmäßige Inhaberin der Filme gewesen sein.

Kein Zahlungsanspruch

So waren mehrere Klagen gegen die Kanzlei und ihren Mandanten eingereicht worden, die laut heise jedoch teilweise trotz Fristverlängerungsanträgen verschleppt wurden. In einem Fall sei daher nun ein Versäumnisurteil ergangen. Wie heise unter Berufung auf Beteiligte am Prozess berichtet, habe das Gericht zudem deutlich gemacht, dass die Abmahnungen unberechtigt gewesen seien. So stehe The Archiv kein Unterlassungsanspruch und Zahlungsanspruch zu. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (red, derStandard.at, 11.4.2014)

  • Urteil im Redtube-Fall
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    Urteil im Redtube-Fall

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