Raiffeisen OÖ denkt über Abwanderung nach

11. April 2014, 09:51
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Generaldirektor Schaller: "Wäre betriebswirtschaftlich fahrlässig, wenn ich Verlegung nicht für Option hielte"

Linz/Wien - Vor wenigen Tagen hat Tschechiens Präsident ausgeplaudert, dass die Erste Bank einen Umzug nach Prag erwäge. Nun folgt die nächste Bank. Die Raiffeisenlandesbank (RLB) OÖ prüft, welche Folgen eine Übersiedlung des Konzernsitzes nach Deutschland hätte. "Es wäre betriebswirtschaftlich fahrlässig, wenn ich eine Verlegung nicht für eine Option hielte", sagte Generaldirektor Heinrich Schaller den "Oberösterreichischen Nachrichten" vom Freitag. In Deutschland würde die RLB gut fünf Millionen Euro Bankenabgabe zahlen, in Österreich seien es 34 Millionen.

Die Bank würde bei einer Sitzverlegung nicht zur Gänze abwandern, betroffen wären wohl nur ein paar Stabsstellen. "Denn die Nähe zu unseren Kunden ist uns wichtig. Und diese würden von solch einer Maßnahme selbstverständlich nichts bemerken", sagte Schaller. Aber die Belastung der Banken habe ein Ausmaß erreicht, das man nicht mehr einfach hinnehmen wolle. Der RLB-Generaldirektor fordert eine Reduktion der Bankenabgabe und eine Klarstellung, wie lange diese noch eingehoben wird. Auch ein Gegenrechnen mit anderen Belastungen für die Banken sei notwendig.

Nicht alleine

Schaller lässt keinen Zweifel daran, "dass wir nicht die einzige Bank sind, die eine Verlegung ins Ausland prüft". Der tschechische Staatspräsident Milos Zeman hatte erst diese Woche erklärt, dass die börsennotierte Erste Group erwägt, ihren Sitz von Wien nach Prag zu verlegen. Die Bank verwies auf Anfrage darauf, in Wien derzeit um 300 Millionen Euro beim neuen Hauptbahnhof eine neue Zentrale für mehr als 4.000 Personen zu bauen, die 2016 fertig werden soll. Ansonsten beließ sie es bei diplomatischen Floskeln.

Tatsächlich könnten Österreichs Banken relativ einfach wesentliche Teile ihres Geschäfts ins Ausland verlegen. "Würde man das Eigendepot-Management abziehen, das große Firmenkundengeschäft und die Immobilien, wäre ein zweistelliger Milliardenbetrag an Volumen im Ausland, aber nur wenige Mitarbeiter wären von der Verlegung betroffen", wird ein Konzern-Insider in dem Zeitungsbericht zitiert. Damit könne man einiges an Steuern sparen. Man müsse ja nicht unbedingt nach Prag ausweichen, Bratislava liege nur wenige Kilometer von Wien entfernt. (APA, red, derStandard.at, 11.4.2014)

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