MH370: Signale doch nicht von verschwundener Boeing

11. April 2014, 08:38
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"Keinerlei Durchbruch" bei der Suche, die trotzdem weitergeht

Perth - Neue Hoffnungen auf ein baldiges Auffinden des vor fast fünf Wochen verschwundenen Malaysia Airlines-Flugzeugs haben sich am Freitag zerschlagen. Die im Indischen Ozean am Donnerstag aufgefangenen Signale stammten nach einer ersten Analyse nicht von der Blackbox der Boeing, teilte der Koordinator der Suchaktion, Angus Houston, am Freitag in Perth mit.

Australiens Regierungschef Tony Abbott hatte sich kurz zuvor am Rande eines Besuchs in China vor Reportern noch zuversichtlich geäußert, dass die Signale von der Maschine stammten.

Hoffnung auf längeres Funken

Die Suche gehe weiter, sagte Houston. Sowohl das Schiff "Ocean Shield" als auch Flugzeuge versuchten weiter, akustische Signale aufzufangen. Die Zeit dränge, nichts dürfe unversucht bleiben, so lange die Batterien der Blackboxen noch funktionierten. Die Funksender sind darauf ausgelegt, etwa 30 Tage lang Signale zu senden.

Diese Frist wäre bereits am 7. April abgelaufen. Allerdings funktionieren die Funksender meist länger, sagte Houston bei Beginn der Suchaktion, möglicherweise sechs Wochen.

Über den Einsatz des ferngesteuerten U-Boots zum Auffinden des Wrackswürden Experten an Bord der "Ocean Shield" entscheiden, teilte Houston mit. Das könne noch Tage dauern. "Ausgehend von den Informationen, die mir vorliegen gibt es keinerlei Durchbruch bei der Suche nach MH370", teilte Houston mit.

Malaysia Airlines-Flug MH370 mit 239 Menschen an Bord war am 8. März aufdem Weg von Kuala Lumpur nach Peking verschwunden. Die Maschine drehte nach Süden und flog noch mehrere Stunden, ohne dass FlugsicherheitsbehördenKontakt zu ihr hatten. (APA/dpa, derStandard.at, 11.4.2014)


Hintergrund zu Fehlalarmen bei Signalen

Im Ozean können auch Messgeräte akustische Signale aussenden. Strömungsmesser zum Beispiel setzen Forscher zum Teil als sogenannte Floats oder Drifter aus, so können sie auch in entlegene Ozeanregionen gelangen, erklärt Detlef Quadfasel von der Leitstelle Deutsche Forschungsschiffe in Hamburg. Außerdem gebe es fest verankerte Geräte, die Strömung, Temperatur oder Salzgehalt im Ozean registrierten.

"Es gibt verschiedene Messgeräte im Meer, die auch solche Signale aussenden können", sagt Quadfasel hinsichtlich der fälschlicherweise als Blackbox-Output von Flug MH370 interpretierten Signale. Der Experte konnte aber nicht sagen, ob es in der Suchzone solche Messgeräte gibt - und ob sie zu der aufgefangenen Frequenz passen würden.

Olaf Boebel, Leiter Ozeanakustik am deutschen Alfred-Wegener-Institut (AWI), hält es für wahrscheinlicher, dass die Signale von einer Gruppe von Schnabelwalen stammen. "Der Frequenzbereich ist sehr ähnlich." Außerdem passe die Wiederholungsrate und das charakteristische "Klick"-Geräusch, das dem "Ping" einer Blackbox ähnele. Von den Schnabelwalen gebe es Hunderttausende - deshalb sei es durchaus denkbar, dass sie den Suchteams in die Quere kämen. (APA/dpa/red)

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