Auftragsmörder gestand in den USA mehr als 30 Morde

10. April 2014, 19:08
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51-Jähriger könnte als einer der schlimmsten Serienmörder in US-Kriminalgeschichte eingehen

Los Angeles - Mordserie in den USA: Ein 51-Jähriger aus Kalifornien hat gestanden, mehr als 30 Menschen als Auftragskiller für ein Drogenkartell getötet zu haben. Der Mann war voriges Jahr wegen eines Mordes im US-Staat Alabama verhaftet worden, wie die "Los Angeles Times" am Donnerstag berichtete. Im Verhör habe er dann seine kriminelle Vergangenheit offenbart - er wolle reinen Tisch machen, behauptete er. Nun droht ihm laut Staatsanwaltschaft die Todesstrafe.

Das jüngste Mordopfer war 22 Jahre alt. Landarbeiter fanden 1982 die Leiche von Raul Gonzales am Rande eines kleinen Dorfes im kalifornischen Central Valley. Das ältestes Opfer, ein 56-jähriger Familienvater, wurde 2000 erschossen. Neun Morde wirft die Staatsanwaltschaft im kalifornischen Tulare County dem heute 51 Jahre alten Jose Manuel M. vor, wieviele es wirklich waren, ist laut Anklagebehörde noch unklar. M. könnte als einer der schlimmsten Serienmörder in die US-Kriminalgeschichte eingehen.

Prozess soll im Juni beginnen

Seit dieser Woche ist er wegen versuchten Mordes und Kidnapping angeklagt. Im Vorjahr wurde er bei der Einreise von Mexiko in die USA wegen Mordverdachts im US-Staat Alabama festgenommen. Dort sitzt der US-Bürger derzeit in Untersuchungshaft. Der Prozess soll im Juni beginnen.

In Florida steht er unter doppeltem Mordverdacht. Nach seiner Festnahme soll er im Verhör dann sein umfassendes Geständnis abgelegt haben. "Irgendwann fing er an, über andere Fälle auszupacken", sagte Staatsanwalt Errek Jett vom Bezirk Lawton County in Alabama. Ermittler in anderen Staaten, die ungeklärten Morden nachgingen, horchten auf.

"Genug Beweise" bei neun Morden

"Wir haben genug Beweise, um ihn hier wegen neun Morden vor Gericht zustellen", sagte Staatsanwalt Anthony Fultz vom kalifornischen Bezirk Tulare County. Mit den fortlaufenden Ermittlungen könnte die Zahl noch steigen, vermutet der Jurist. "Er plante die Morde, ging gezielt gegen seine Opfer vor, in den meisten Fällen, um sich zu bereichern", sagt Fultz.

Angeblich bei Drogenkartell

M. soll schon als 16-Jähriger bei einem Drogenkartell als Auftragskiller eingestiegen sein. Wenn er Schulden für das Kartell eintrieb, habe er ein Viertel davon als Lohn erhalten, berichtete die "Los Angeles Times" unter Berufung auf die Behörden. Zu den angeblichen Auftraggebern will die Staatsanwaltschaft bisher nichts sagen.

Die vergangenen Jahre soll M. im Haus seiner Mutter in der kleinen kalifornischen Gemeinde Richgrove gelebt haben. Seit seiner Verhaftung habe sie nicht mehr mit ihrem Sohn gesprochen, sagte Loreta Fernandez der "Los Angeles Times". Nicht alles, was ihr Sohn sage, sei wahr, glaubt die Mutter.

Geständnisse oft erst nach Jahren

Oft vergehen Jahre nach der Festnahme, bis Serienmörder ihre Taten gestehen. Im Jahr 2011 gab der Amerikaner Gary Ridgway seinen 49. Mord vor Gericht zu. Die Tötung einer 20-jährigen Frau in Seattle (US-Bundesstaat Washington) lag da schon 28 Jahre zurück. 2001 war der Autolackierer festgenommen worden, zwei Jahre danach wurde er wegen Dutzender Frauenmorde zu lebenslanger Haft verurteilt. Einige seiner Opfer wurden erst später entdeckt. Sein Geständnis machte Ridgway zum vermutlich schlimmsten Serienmörder Amerikas.

John Wayne Gacy wurde 1994 wegen der Ermordung von 33 Buben hingerichtet. Ted Bundy war wegen dreifachen Mordes angeklagt, obwohl er später mehr als 30 Taten gestand. Eine der grausigsten Mordserien verübte Jeffrey Dahmer, der seine mindestens 17 männlichen Opfer zerstückelte und Leichenteile aß. Der "Kannibale von Milwaukee" wurde im November 1994 im Gefängnis von einem Mithäftling getötet. (APA/dpa, 10.4.2014)

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